Sitzenbleiben
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Sitzenbleiben

50_Konzentration

4. Juni 2026 · 47 Min.

Konzentrationsfähigkeit entwickelt sich durch ein förderliches Umfeld, angemessene Herausforderungen und sichere Bindung zu Erwachsenen — Bewegung und Schlaf sind essentiell, und Eltern sollten Kindern helfen, ihre eigenen Konzentrationsgrenzen zu erkennen und eigenverantwortlich damit umzugehen.

Die Folge behandelt, wie Konzentration und Selbstregulation zusammenhängen und sich bei Kindern entwickeln. Prof. Dr. Friederike Blume erläutert die neuronalen Grundlagen, besonders die Rolle des Stirnlappens und exekutiven Funktionen. Sie zeigt auf, welche Umgebungsfaktoren die Konzentrationsfähigkeit fördern (Spiele, Bewegung, sichere Bindung) und welche sie hemmen (übermäßiger Medienkonsum, Ablenkungen). Die Diskussion umfasst praktische Tipps für Schulen und Eltern, etwa zum Handy-Umgang, zur Schlafhygiene und zur Gestaltung von Lernumgebungen.

Zahlen & Fakten

4-7 Jahre

Sensibles Entwicklungsfenster mit besonders intensiver Entwicklung exekutiver Funktionen und Konzentrationsfähigkeit

5-15 Minuten

Ungefähre altersgerechte Konzentrationsdauer bei Vierjährigen bei fokussierter Aufmerksamkeit auf strukturierte Aufgaben

15-25 Minuten

Ungefähre altersgerechte Konzentrationsdauer bei Achtjährigen in ruhigen, strukturierten Settings

Weitere 2 Zahlen & Fakten anzeigen

30 Minuten

Konzentrationsdauer ab ca. 12 Jahren, kann jedoch stark vom Setting abhängen

25 Jahre

Alter, in dem die Entwicklung der Konzentrationsfähigkeit und exekutiven Funktionen abgeschlossen ist

Themen & Erkenntnisse

Grundlagen von Konzentration und ihre neurologische Entwicklung · ab 01:15: Konzentration ist gezielter Fokus der Aufmerksamkeit und hängt eng mit Selbstregulation zusammen. Sie entwickelt sich durch Gehirnreifung und unterstützende Umwelt, besonders intensiv zwischen vier und sieben Jahren.
Förderliche und hemmende Faktoren für Konzentrationsentwicklung · ab 06:39: Entwicklungsförderlich sind Spiele, Bewegung und sichere Bindung; hemmend sind zu wenig Anregung, exzessiver Medienkonsum, übertriebene Absicherung ("Curling-Eltern") und mangelnde Herausforderungen.
Praktische Strategien in Schule und Alltag: Umwelt, Bewegung und Schlaf · ab 20:57: Aufgeräumte, ruhige Lernumgebungen ohne Ablenkungen (Handy, Lärm, Chaos) unterstützen Konzentration. Bewegungspausen erhöhen die Durchblutung des Gehirns. Ausreichender und guter Schlaf regeneriert das Gehirn und stärkt exekutive Funktionen.
Vom gesteuerten Lernen zur Selbstständigkeit: Strategien und Selbstwahrnehmung · ab 41:00: Eltern sollten Kindern helfen, ihre Konzentrationsgrenzen selbst zu erkennen und angemessen zu reagieren — etwa durch richtige Pausengestaltung und Lernpausen. Im Erwachsenenalter zählen erlernte Strategien mehr als Training.

Quellen

Moritz Daum, Entwicklungspsychologe der Universität Zürich, Konzept der 'Curling-Eltern'

Lev Vygotsky, Konzept der Zone der proximalen Entwicklung

Wer spricht

A
Anke WildeHOST

Moderatorin des Bildungspodcasts »Sitzenbleiben« des DIPF; der Podcast richtet sich an Eltern und vermittelt evidenzbasierte Erkenntnisse zu Schule, Lernen, Konzentration und Erziehung.

Alle Auftritte von Anke Wilde
P
Prof. Dr. Friederike BlumeGAST

Forscherin und Professorin für Pädagogische Psychologie mit Schwerpunkt Förderpädagogische Psychologie an der Universität Gießen, spezialisiert auf Konzentration und ADHS bei Kindern

Alle Auftritte von Prof. Dr. Friederike Blume

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