Aha! History – Zehn Minuten Geschichte
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Atlantropa – als ein Deutscher das Mittelmeer austrocknen wollte

30. Dezember 2024 · 15 Min.

Ein deutscher Architekt wollte im 20. Jahrhundert das Mittelmeer mit gewaltigen Dämmen teilweise trockenlegen, um Europa und Afrika zu vereinen – ein Projekt, das technisch möglich, aber ökologisch und politisch verheerend gewesen wäre.

Hermann Sörgel entwickelte ab den 1920er Jahren das Projekt Atlantropa: durch Dämme an Gibraltar und am Bosporus sollte das Mittelmeer um etwa 100 Meter abgesenkt werden. Dies hätte neue Landmassen geschaffen, Millionen Kilowatt Strom erzeugt und Europa wirtschaftlich geeint werden können. Jedoch war das Projekt imperialistisch und kolonialistisch geprägt – die afrikanischen Bevölkerungen sollten zwangsweise umgesiedelt werden. Nach anfänglicher Unterstützung in Deutschland und Interesse nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand die Idee mit dem Aufstieg der Kernenergie in den 1950er Jahren.

Rubriken

Themen & Erkenntnisse

Die Entstehung und Grundidee von Atlantropa · ab 02:28
Technische Umsetzung und europäische Ziele · ab 04:12
Kolonialismus, Unterstützer und das Ende des Projekts · ab 07:55

Wer spricht

V
Viola KögtHOST

Viola Kögt ist Moderatorin des Podcasts 'Aha! History – Zehn Minuten Geschichte' bei der WELT. Sie führt durch die Episoden, stellt Fragen an Gesprächspartner und erklärt historische Zusammenhänge für das Publikum. Sie arbeitet zudem in der Redaktion an der Produktion mit.

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W
Wolfgang FeugtGAST

Wolfgang Feugt ist Architekturhistoriker und Experte für das Atlantropa-Projekt. Er hat sich in den 1990er Jahren intensiv mit Hermann Sörgels Vorhaben auseinandergesetzt und ein Buch darüber verfasst. Im Interview erläutert er die technischen, politischen und kolonialistischen Dimensionen des Projekts.

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