
880 Millionen für die Bauern? Der Streit um den Mercosur-Deal
14. September 2026 · 21 Min.
Das Mercosur-Abkommen ist politisch höchst umstritten: Exportinteressen stehen möglichen Verlusten der Schweizer Landwirtschaft sowie berechtigten Umwelt- und Arbeitsrechtsbedenken gegenüber.
Benjamin Bitoun erläutert, was das Abkommen konkret vorsieht (Zollabbau, Exportchancen für die Schweiz, neue Importkontingente für Agrarprodukte) und welche Interessenkonflikte daraus folgen. Die Landwirte fordern hohe Kompensationen (880 Mio. über acht Jahre), während links-grüne Kreise stärkere, verbindliche Umwelt- und Menschenrechtsregeln verlangen. Im Parlament bahnt sich ein Kompromiss an, doch das Abkommen bleibt in vielerlei Hinsicht verwundbar und könnte an einem Referendum scheitern.
Zahlen & Fakten
8 Milliarden Franken
Prognostizierte Verdoppelung des jährlichen Schweizer Exportvolumens in die Mercosur-Region innerhalb von zehn Jahren durch das Mercosur‑Abkommen.
97%
Anteil der Schweizer Produkte, die laut Vertrag künftig zollfrei in die Mercosur‑Staaten exportiert werden können.
155 Millionen Franken
Geschätzte jährliche Zolleinsparungen für Schweizer Exporte infolge des Abkommens.
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270 Millionen
Ungefähr die Bevölkerungszahl der Mercosur‑Region (als Marktpotenzial für Schweizer Exporte).
880 Millionen Franken
Kompensationsforderung des Bauernverbands (Markus Itter) über acht Jahre, um angebliche Einkommensverluste der Schweizer Landwirtschaft auszugleichen.
110 Millionen Franken pro Jahr
Jährliche Höhe der vom Bauernverband angegebenen Kompensation (880 Mio. über acht Jahre).
517 Millionen Franken
Parlamentarischer Kompromissvorschlag, eingebracht unter anderem vom St. Galler Ständerat Benedikt Wirt, als Alternative zur 880‑Mio.-Forderung.
480 Millionen Franken
Teil des 517‑Mio.-Kompromisses, vorgesehen als zinslose Darlehen, die zurückgezahlt werden sollen und für Strukturverbesserungen gedacht sind.
37 Millionen Franken
Geschätzter Anteil echter, nicht rückzahlbarer Subventionen im 517‑Mio.-Kompromiss.
10 Millionen Franken
Betrag, den die Schweiz in einen Amazonas‑Fonds einzahlen will, um Projekte gegen illegale Brandrodung und für Aufforstung zu fördern.
3'000 Tonnen
Grösse eines neuen Importkontingents für Rindfleisch aus Mercosur‑Staaten, das in die Schweiz eingeführt werden kann.
1'000 Tonnen
Volumen eines Importkontingents für Geflügelfleisch, das für die Schweiz verhandelt wurde.
50'000 Hektoliter
Grösse des zugesagten Importkontingents für Wein aus Mercosur‑Ländern.
Organisationen
Themen & Erkenntnisse
Wer spricht
PPhilipp LoserHOST
Philipp Loser ist Moderator und Host der täglichen Sendung «Apropos» vom Tages-Anzeiger/Tamedia. In dieser Folge führt er durch das Gespräch, stellt Fragen zur verbotenen Weihe im Wallis und ordnet die Reportage des Korrespondenten ein.
Alle Auftritte von Philipp Loser →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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