Auf den Punkt – Süddeutsche Zeitung
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NSDAP: Was eine Mitgliedschaft bedeutet hat

27. Juni 2026 · 21 Min.

Ines Geipel erklärt, dass ein Eintrag in der NSDAP-Mitgliederkartei zunächst nur eine erste Zuordnung liefert und weitergehende Recherchen (Jahr des Eintritts, Arbeits- und Entnazifizierungsakten, andere Archive) nötig sind, um individuelle Verantwortung und Familiengeschichte einzuordnen.

Ines Geipel, Publizistin und Autorin, ordnet die Bedeutung von Treffern in der NSDAP-Mitgliederkartei ein: Die Kartei ist ein einfacher Einstieg, sagt aber nur Namen, Geburtsdatum und Aufnahmedatum aus. Das Eintrittsjahr gibt Hinweise (frühe Eintritte eher auf Überzeugung, spätere oft opportunistische Motive), doch erst ergänzende Archivrecherchen liefern konkrete Aussagen zu Tätigkeiten. Geipel betont die Chance, dass die breite digitale Verfügbarkeit solcher Quellen eine vertiefte gesellschaftliche Aufarbeitung und Neubestimmung des deutschen ‚Wir‘ ermöglicht.

Zahlen & Fakten

80%

Anteil der Überlieferungen (Archivalien), die nach Aussagen im Gespräch noch vorhanden sind

20 Jahre

Dauer, über die Ines Geipel an der biografischen Recherche zu ihren Großvätern gearbeitet hat

900

Anzahl ungefährer Treffer bei einer Namenssuche in der NSDAP-Datenbank für einen häufigeren Familiennamen

Weitere 3 Zahlen & Fakten anzeigen

15

Alter, in dem einzelne Personen laut Akten bereits in die NSDAP eingetreten sein sollen

1933

Jahr, das im Gespräch als Zäsur gesehen wird: Eintritte vor diesem Jahr eher als Überzeugung interpretiert

1934–1936

Zeitspanne eines genannten Aufnahmestopps bei der NSDAP

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Einstieg: NSDAP-Mitgliederkartei als Zugang zur Familiengeschichte · ab 00:18
Bewertung einer Mitgliedschaft: Bedeutung des Eintrittsjahrs und Kontexte · ab 06:54
Archive, Familienfolgen und gesellschaftliche Chancen durch Digitalisierung · ab 11:01

Quellen

NSDAP-Mitgliederkartei (online durchsuchbare Datenbank, im Gespräch als Recherchestrang genannt)

Stasi-Unterlagenarchiv (heute Teil des Bundesarchivs; im Gespräch genannt als Fundort von Vernehmungsakten zu SS-Bataillonen)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

I
Ines GeipelGAST

Schriftstellerin und Publizistin, beschäftigt sich seit Jahren mit der NS- und DDR-Vergangenheit, untersucht eigene Familiengeschichte und die Rolle von Gedenkstätten; Autorin des Buches 'Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss in der Erinnerung'.

Alle Auftritte von Ines Geipel

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.