Die EZB betont, aus dem Inflationsfehler von 2022 gelernt zu haben, doch Otmar Issing warnt, dass Modell‑Fixierung, Bilanzausweitung und fiskalische Dominanz strukturelle Risiken bergen und die Notenbank weiterhin anfällig für Zögerlichkeit ist.
Dr. Daniel Stelter ordnet den EZB‑Auftritt in Sintra und den Zinsentscheid vom 11. Juni 2026 ein und erinnert an das zu späte Eingreifen 2022. Im Gespräch mit Otmar Issing wird analysiert, wie Modellabhängigkeit, das Aufgeben monetärer Aggregate und die enge Verzahnung mit staatlicher Verschuldung die Geldpolitik erschweren. Issing plädiert für klare Prioritäten auf Preisstabilität, warnt vor politischen Überdehnungen des Mandats und mahnt strukturelle Reformen an.
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Dr. Daniel Stelter ist Moderator des Ökonomie‑Podcasts BTO und Autor. In dieser Folge führt er in die Debatte um Ungleichheit ein, ordnet frühere Studien und WHO‑Thesen ein und moderiert das Gespräch mit Nicolas Sommet.
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Otmar Issing (geboren 1936 in Würzburg) war von 1990 bis 1998 Chefvolkswirt der Bundesbank und von 1998 bis 2006 Erster Chefökonom der Europäischen Zentralbank; er konzipierte die Zwei‑Säulen‑Strategie, leitet das Center for Financial Studies und ist Autor, zuletzt 2024: 'Von der D‑Mark zum Euro, Erinnerungen des Chefökonomen'. Issing kritisiert Modellabhängigkeit, das Aufgeben monetärer Aggregate und warnt vor fiskalischer Dominanz.
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