Hohe Restrukturierungskosten in vielen europäischen Ländern hemmen disruptive Innovationen; Olivier Kost schlägt eine gezielte Lockerung des Kündigungsschutzes für Hochverdiener vor, Enzo Weber warnt vor Risiken und plädiert für andere Maßnahmen.
Dr. Daniel Stelter führt in die Debatte um die "Kosten des Scheiterns" ein und moderiert ein Update mit Olivier Kost, der umfangreiche empirische Befunde präsentiert: Deutschland habe deutlich höhere Restrukturierungskosten und längere Restrukturierungsdauern als Dänemark, die Schweiz oder die USA. Die Idee fand politischen Anklang (Koalitionsbeschluss), trifft aber auf Kritik von Enzo Weber, der alternative Instrumente wie Jobwechsel auf Probe und steuerliche Abfindungsanreize vorschlägt. Stelter bewertet die Forschung als solide, hält die Regierungspläne jedoch für unzureichend.
Zahlen & Fakten
0,6 % des BIP
Private Investitionen in Tech und Biotech in Deutschland (gegenüber 1,8 % Dänemark und 3 % Schweiz)
125 %
Anstieg der privaten Forschungs‑ und Entwicklungsausgaben Dänemarks in den acht Jahren nach den Arbeitsmarktreformen von 1994/1995
0,27 %
Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Einkommen oberhalb des 1,75‑fachen der Beitragsbemessungsgrenze (von Enzo Weber angeführt)
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6.000 € pro Monat
Von Olivier Kost vorgeschlagene Einkommensgrenze (Bruttomonatsgehalt) oberhalb derer flexiblere Regeln gelten sollen
31 Monatsgehälter
Durchschnittliche Restrukturierungskosten pro entlassener Person in untersuchten deutschen Fällen
7 Monate
Durchschnittliche Restrukturierungskosten in den USA (Vergleichswert)
3 Monate
Durchschnittliche Restrukturierungskosten in Dänemark (Vergleichswert: sehr viel niedriger als DE)
2,5 Monate
Durchschnittliche Restrukturierungskosten in der Schweiz (Vergleichswert)
4,3 Jahre
Durchschnittliche Dauer eines Restrukturierungsplans in Deutschland (Datenbasis: Eurofound‑Datenbank)
0,93
Korrelationskoeffizient zwischen Restrukturierungskosten und Technologie-/Biotech‑Forschungsintensität (laut Kost und Co-Autoren)
250 Unternehmen
Anzahl der Unternehmen, für die Kost die tatsächlichen Restrukturierungskosten erhoben hat
48 Monate
Im Koalitionsbeschluss geplante maximale sachgrundlose Befristung für bis 31.12.2030 eingestellte Arbeitnehmer
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• StudieWorking Paper 'Cost of Failure, Disruptive Innovation and Targeted Flexicurity' (Oktober 2025) von Olivier Coste und Yann Coatanlem
• ArtikelBeitrag 'Warum nicht mal Jobwechsel auf Probe?' (DIE ZEIT, 30. Juni 2026) von Prof. Dr. Enzo Weber
• ArtikelAnalyse 'Zweifel an den Plänen der Koalition zum Kündigungsschutz' (Süddeutsche Zeitung, 31. Juli 2026)
Weitere 5 Quellen anzeigenWeniger anzeigen
• ArtikelKolumne 'Der wahre Grund für Europas Innovationsrückstand' (Handelsblatt, 5. Februar 2025) von Daniel Stelter
• ArtikelFAZ‑Porträt von Olivier Kost (Februar 2026, im Podcast genannt)
• StudieEurofound‑Datenbank (Erfassung von Restrukturierungsplänen in Europa, im Podcast genannt)
• StudieEU‑Kommission: 'Competitiveness Compass' (Januar 2025), im Podcast als Quelle für Reformvorschläge genannt
• StudieMario Draghi: Wettbewerbsfähigkeitsbericht zur Europäischen Union (September 2024), im Podcast zur frühen Erwähnung der Kosten des Scheiterns genannt
Wer spricht
DDr. Daniel StelterHOST
Dr. Daniel Stelter ist Moderator des Ökonomie‑Podcasts BTO und Autor. In dieser Folge führt er in die Debatte um Ungleichheit ein, ordnet frühere Studien und WHO‑Thesen ein und moderiert das Gespräch mit Nicolas Sommet.
Alle Auftritte von Dr. Daniel Stelter →OOlivier KostGAST
Olivier Kost ist Unternehmer und leitender Angestellter in der Technologiebranche; nach Tätigkeiten bei der Europäischen Kommission war er Industrieberater des französischen Premierministers. Er lebt seit 2014 in New York, ist Gründer der Foundation for the Economic Study of Disruptive Innovation (FESTI) und Autor (u.a. 'Europe Tech and War'). Im Podcast präsentiert er umfangreiche empirische Analysen zu Restrukturierungskosten und deren Folgen für Innovation.
Alle Auftritte von Olivier Kost →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.