Der DATEV‑Mittelstandsindex zeigt: Im deutschen Mittelstand fallen Umsätze, Löhne steigen deutlich und die Beschäftigung beginnt leicht zu sinken — politische Maßnahmen wie Mindestlohnerhöhungen wirken regional und branchenspezifisch sehr unterschiedlich.
Dr. Daniel Stelter spricht mit Prof. Dr. Robert Mayer über den neuen DATEV‑Mittelstandsindex, einen Echtzeit‑Datensatz zu Umsatz, Löhnen und Beschäftigung kleiner und mittlerer Unternehmen. Der Index offenbart rückläufige Umsätze (−2 % gegenüber Vorjahr), starke Lohnanstiege (+4,9 %) und einen leichten Beschäftigungsrückgang (−0,2 %), wobei Branchen (Bau, Handel, Gastgewerbe) und Regionen sehr unterschiedlich betroffen sind. Besondere Bedeutung hat die Möglichkeit, Politikmaßnahmen wie Mindestlohnerhöhungen regional und sektoral ex post zu evaluieren. Mayer betont, dass der Mittelstand lange an Beschäftigten festhält, aber die Kombination aus Kosten- und Margendruck langfristig Geschäftsaufgaben und geringere Reinvestitionen zur Folge haben kann.
Zahlen & Fakten
55 %
Anteil der Netto‑Wertschöpfung in Deutschland, den Unternehmen bis 250 Beschäftigte laut Institut für Mittelstandsforschung erwirtschaften.
2 %
Umsatzrückgang im DATEV‑Mittelstandsindex gegenüber dem Vorjahr (Juli 2025 → Juli 2026: −2 %).
4,9 %
Lohnanstieg in den betrachteten Mittelstandsunternehmen gegenüber dem Vorjahr (+4,9 %).
Weitere 11 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
−0,2 %
Beschäftigungsentwicklung im Mittelstandsindex im Jahresvergleich (−0,2 %).
9,9 %
Rückgang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahr (−9,9 % laut DATEV‑Index).
5,9 %
Umsatzanstieg im Gastgewerbe gegenüber dem Vorjahr (+5,9 % laut DATEV‑Index).
4,6 %
Schrumpfen der Kleinstunternehmen im Mittelstandsindex gegenüber dem Vorjahr (−4,6 %).
13,90 €
Gesetzlicher Mindestlohn (aktueller Stand im Podcast): 13,90 Euro.
14,60 €
Geplanter gesetzlicher Mindestlohn zum 1. Januar 2027: 14,60 Euro.
41,2 %
Prozentuale Zunahme des Mindestlohns seit Einführung bis zum genannten Stand (Anstieg um 41,2 % seit 2015).
84 %
Anteil der Unternehmen in Deutschland mit weniger als 10 Beschäftigten (84 % aller Unternehmen).
99 %
Anteil der deutschen Unternehmen, die weniger als oder gleich 250 Mitarbeitende haben (über 99 % aller Unternehmen).
70 %
Angabe im Gespräch: Für rund 70 % der Mittelständler entspricht die Einkommenssteuer faktisch der Unternehmenssteuer.
76.000
IAB‑Berechnung: Bis 2020 entfielen nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt‑ und Berufsforschung etwa 76.000 Arbeitsplätze in Folge von Mindestlohneffekten.
Rubriken
Organisationen
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• StudieDATEV – Berichtsmonat Juli 2026 des DATEV‑Mittelstandsindex (monatlicher Bericht und Datensatz)
• StudieInstitut für Mittelstandsforschung (IFM Bonn) – Angabe zum Anteil der Wertschöpfung von Unternehmen bis 250 Beschäftigten (≈55 %)
• StudieInstitut für Arbeitsmarkt‑ und Berufsforschung (IAB) – Berechnungen zu Beschäftigungseffekten des Mindestlohns (zitiert: ≈76.000 Arbeitsplätze bis 2020)
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
DDr. Daniel StelterHOST
Dr. Daniel Stelter ist Moderator des Ökonomie‑Podcasts BTO und Autor. In dieser Folge führt er in die Debatte um Ungleichheit ein, ordnet frühere Studien und WHO‑Thesen ein und moderiert das Gespräch mit Nicolas Sommet.
Alle Auftritte von Dr. Daniel Stelter →PProf. Dr. Robert MayerGAST
Co‑Host und Co‑Moderator dieser Folge; leitet Gespräche mit Lisa Bertram, stellt Fragen und diskutiert die vorgestellten Themen.
Alle Auftritte von Prof. Dr. Robert Mayer →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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