
250 Jahre USA (3/4) - Sind amerikanische Wahlen undemokratisch?
11. Juni 2026 · 51 Min.
Das US-Wahlsystem ist historisch gewachsen und weist durch Electoral College, Winner-takes-all, Gerrymandering und föderal unterschiedliche Regeln heute erhebliche demokratische Defizite auf.
Die Folge erklärt, warum US-Wahlen trotz langer Demokratisierungsprozesse heute als gefährdet gelten: Aktuelle politische Maßnahmen und Wahlleugnung untergraben Vertrauen, das Electoral College erlaubt Präsidentenwahlen ohne Popular-Vote-Mehrheit, und die Zuständigkeit der Bundesstaaten führt zu uneinheitlichen Regeln. Historische Reformen (Verfassungszusätze, Voting Rights Act) wurden nötig, doch Probleme wie Gerrymandering, Registrierungspflichten und die disproportionale Senatsrepräsentation bleiben zentrale Reformpunkte.
Zahlen & Fakten
10%
Ungefährer Anteil der Bevölkerung, der anfänglich wahlberechtigt war (wohlhabende weiße Männer)
435
Anzahl der Sitze im Repräsentantenhaus, die bei den Midterms zur Wahl stehen
1/3
Anteil der Sitze im Senat, die bei einer regulären Wahlperiode neu besetzt werden
Weitere 6 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
69
Anzahl der geöffneten Wahlumschläge bei der Wahl George Washingtons 1789 (Electoral-College-Stimmen)
3
Mindestenszahl der Wahlleute, die ein Bundesstaat im Electoral College erhält
mehr als 50
Zahl der Wahlleute des bevölkerungsreichsten Bundesstaats Kalifornien (ungefähr)
200000
Ungefähr Zahl der Männer, die um 1800 den Präsidenten wählen durften
20
Ungefährer Bericht über circa 20 Afrikaner, die 1619 nach Nordamerika gebracht wurden (Beginn der Sklaverei in englischen Kolonien)
900000
Ungefähr Zahl der in Nordamerika lebenden Afrikaner um 1800
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• Recht13. Verfassungszusatz (Abschaffung der Sklaverei, 1865)
• Recht14. Verfassungszusatz (Staatsbürgerschaft für Schwarze, 1868)
• Recht15. Verfassungszusatz (Verbietet Wahlrechtsverweigerung aufgrund von Hautfarbe, 1869)
Weitere 2 Quellen anzeigenWeniger anzeigen
• RechtVoting Rights Act (Gesetzeswerk zur Beseitigung von Wahlhürden, 1965)
• Recht19. Verfassungszusatz (Frauenwahlrecht in den USA, 1920)
Wer spricht
JJörg BieslerHOST
Moderator des Deutschlandfunk-Podcasts "Der Rest ist Geschichte"; führt durch die Folge, stellt Fragen an Expertinnen und Experten und ordnet historische wie ökonomische Zusammenhänge ein.
Alle Auftritte von Jörg Biesler →HHedwig RichterGAST
Professorin für neuere und neueste Geschichte an der Bundeswehruniversität in München; habilitierte zum Thema moderne Wahlen in Preußen und den USA. In der Folge analysiert sie historische Wurzeln des Wahlrechts und aktuelle Entdemokratisierungsrisiken sowie die Rolle politischer Kultur und Institutionen.
Alle Auftritte von Hedwig Richter →TThomas GrevenGAST
Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin und Politikberater; berichtet von seiner Erfahrung als Congressional Fellow und hat ein Buch über die Republikaner verfasst. Er erklärt in der Folge Entstehung und Mechanismen des Zwei-Parteien-Systems sowie Wirkungen von Winner-takes-all und Redistricting.
Alle Auftritte von Thomas Greven →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.