Eine Stunde History – Deutschlandfunk Nova
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4. bis 6. Jahrhundert - Die sogenannte Völkerwanderung

4. September 2026 · 52 Min.

Die sogenannte ‚Völkerwanderung‘ war kein einheitlicher, schicksalhafter Marsch homogener Völker, sondern ein etwa zweihundertjähriger, vielschichtiger Prozess aus mobilen, oft gemischten Krieger‑ und Föderatenverbänden, beeinflusst von inneren römischen Schwächen und Bewegungen aus der Steppe.

Die Folge erklärt, warum der Begriff ‚Völkerwanderung‘ irreführend ist: Dr. Matthias von Helfeld betont, dass es sich um heterogene, oft militärische Migrantengruppen und Föderaten handelte. Ein Reportagebeitrag schildert den Vandalenzug bis zur Einnahme Karthagos 439 und die anschließende Königreichsbildung in Nordafrika. Mischa Mayer charakterisiert die Hunnen als hochmobile Reiterkonföderationen mit begrenzten Quellen und betont, dass sie zwar eine Triggerfunktion hatten, aber nicht allein verantwortlich sind. Roland Steinacher und Verena Epp zeigen, wie römische Strukturen, Akkulturation und die Gotenkriege zur Herausbildung neuer politischer Identitäten führten.

Rubriken

Organisationen

Themen & Erkenntnisse

Begriff und Einordnung: 'Völkerwanderung' hinterfragen · ab 01:55
Reportage: Der Vandalenzug bis nach Nordafrika · ab 07:01
Die Hunnen: Steppe, Mobilität und Auslöserfunktion · ab 11:52
Warum Rom wankte: innere Schwächen und foederaten‑Dynamiken · ab 25:19
Sesshaftwerden, Akkulturation und Entstehung neuer Identitäten · ab 39:51

Wer spricht

M
Markus DichmannHOST

Moderator und Geschichtsredakteur bei Deutschlandfunk Nova; leitet die Podcast-Serie 'Eine Stunde History' und moderiert diese Episode, in der historische Börsencrashs thematisiert werden.

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D
Dr. Matthias von HelfeldGAST

Deutschlandfunk-Nova-Historiker und Gesprächspartner in der Folge; liefert Kontext zur politischen Lage des Römischen Reiches am Ende des 3. Jahrhunderts und erläutert Hintergründe zur konstantinischen Wende.

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M
Mischa MayerGAST

Althistoriker und Migrationsforscher (laut Shownotes Universität Tübingen); analysiert die Hunnen als steppebasierte Reiterkonföderation, weist auf die Quellenproblematik hin und diskutiert mögliche Motive und Auslösemechanismen ihres Vorrückens nach Westen.

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R
Roland SteinacherGAST

Althistoriker an der Universität Innsbruck; erklärt die Wechselwirkung zwischen römischer Strahlkraft und der Bildung großer barbarischer Verbände, thematisiert innerrömische Schwächen und die Rolle der Föderaten in der Transformation der spätantiken Welt.

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V
Verena EppGAST

Historikerin für mittelalterliche Geschichte an der Universität Marburg; beschäftigt sich mit Akkulturationsprozessen, der Sesshaftwerdung gentiler Verbände und der Herausbildung neuer politischer Identitäten nach den Gotenkriegen.

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