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Die 100 Milliarden Chance und neue Geschenke von Gas Kathi (E#125)

11. Juli 2026 · 1 Std. 10 Min.

Flexibilisierte Biogasanlagen könnten Deutschland günstiger und dezentraler vor Dunkelflauten bewahren als die geplanten Gaskraftwerke – doch die aktuelle Politik bevorzugt zentrale, fossile Lösungen.

Martin Lass, Biogas-Unternehmer aus Schleswig-Holstein, diskutiert mit dem Host das neue Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz, das Milliarden in Gaskraftwerke investiert. Er argumentiert, dass 9000 existierende Biogasanlagen durch Flexibilisierung bis zu 12-24 Gigawatt Leistung bereitstellen könnten – deutlich kostengünstiger und dezentraler. Gleichzeitig präsentiert Lass das QX-Konzept für Quartierswärme, ein innovatives Geschäftsmodell zur lokalen Wärmeversorgung mit Investitionsvolumen von etwa 100 Millionen Euro, das private Kapitalströme in nachhaltige Infrastruktur lenkt und Bürgerbeteiligung ermöglicht.

Zahlen & Fakten

2,5 Milliarden Euro

Jährliche Kosten des Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetzes

36 Milliarden Euro

Gesamtkosten des Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetzes über Laufzeit

100 Millionen Euro

Investitionsvolumen für QX-Wärmenetze in einem klassischen Unterzentrenzentrum (10.000 Einwohner)

Weitere 43 Zahlen & Fakten anzeigen

mehrere 10 Millionen Euro

Investitionskosten für gleichwertige Lithium-Batterie mit 88 Megawattstunden

8-10 Milliarden Euro

Investitionspotenzial für Wärmenetze allein in Schleswig-Holstein (300 Quartiere)

100+ Milliarden Euro

Investitionspotenzial für Wärmenetze deutschlandweit

41 Prozent

Steigerung des Höchstgebotswerts von Mai-Entwurf (173) zu finaler Version (244 Euro)

244.000 Euro

Gebothöchstwert für Kapazitätsprämien bei Gaskraftwerken pro Megawatt (entspricht 244 Euro pro Kilowatt)

210 Euro

Effektive Kapazitätsprämie nach Reduktionsfaktor von 85 Prozent für Erdgaskraftwerke pro Kilowatt

3.100 Euro

Nominale Förderung pro Kilowatt für Gaskraftwerke über 15 Jahre Laufzeit (244 Euro × 15 Jahre)

1.500-1.600 Euro

Investitionskosten pro Kilowatt für flexibilisierte Biogasanlagen mit Speicher und BHKW

100 Euro

Flexprämie (aktuell) für Biogasanlagen im EEG, erhöht von früher 65 Euro pro Kilowatt

9-10 Gigawatt

Geplante neue Gaskraftwerks-Kapazität aus Ausschreibungen bis 2031

12 Gigawatt

Flexibilisierungspotenzial bestehender Biogasanlagen bis 2030

24 Gigawatt

Flexibilisierungspotenzial bestehender Biogasanlagen bis 2045

9.000

Anzahl existierender Biogasanlagen in Deutschland

0,5 Cent

Kostenbelastung pro Kilowattstunde Strom für Verbraucher durch Strom-VKG

30 Euro

Jährliche Belastung pro Bürger durch Umlage des Stromversorgungssicherheitsgesetzes

15 Euro

Jährliche Kosten für äquivalente Funktion über flexibilisierte Biogasanlagen pro Bürger

10.000 Euro

Investition pro Einwohner bei 100-Millionen-Projekt

35,5 Gigawatt

Versorgungssicherheitslücke laut Bundesnetzagentur-Bericht September 2025

10 Gigawatt

Von der EU akzeptierte oder in Verhandlung befindliche Kraftwerkskapazität

100 Stunden

Speicherkapazität des Gasspeichers bei Lass' Anlage (88 Megawattstunden)

300 Stunden

Speicherkapazität im Sommer bei niedriger Gasproduktion

4 Stunden

Typische Speicherkapazität moderner Lithium-Batterien

500 Kilowatt

Typische installierte Leistung einzelner Biogasanlagen (Baseline)

88 Megawattstunden

Energieinhalt einer vollgefüllten Biogasspeicher bei Lass' Anlage

250 Terawattstunden

Aktueller Gasverbrauch im deutschen Heizmarkt (Privat und Industrie)

100-150 Terawattstunden

Maximales Biomethan-Potenzial ohne zusätzlichen Biomasse-Anbau

15 Cent

Benchmark-Wärmepreis pro Kilowattstunde bei QX-Modell

100-110 Euro

Monatliche Wärmekosten für kleines Reihenhaus (70 Quadratmeter, 10.000 kWh/Jahr)

173 Euro

Höchstgebotswert im Mai-Kabinettsentwurf für Gaskraftwerk-Kapazitätsprämien

197 Seiten

Umfang des Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetzes (juristisch komplexes Design)

40, 50, 60 Cent

Strompreise an Großhandelsbörse an Hitzeflauten-Abenden im Mai 2024

bis zu 1 Euro

Höchster Strompreis inklusive Netzgebühren während Hitzeflaute (bei Tibber)

120-130 Euro

Empfohlene Flexibilisierungsprämie für Biogasanlagen laut FAU-Studie

1.000-1.500 Stunden

Jährliche Betriebsstunden flexibilisierter Biogasanlagen im Residuallast-Betrieb

8.760 Stunden

Jährliche Volllaststunden eines durchgehend laufenden Kohlekraftwerks

30 Terawattstunden

Stromproduktion aus flexibilisierten Biogasanlagen (20 GW × 1.500 h)

35 Terawattstunden

Aktuelle Stromproduktion aus Biogasanlagen in Deutschland (8% des Stromverbrauchs)

600 Terawattstunden

Aktueller Stromverbrauch in Deutschland

48-96 Stunden

Vorlaufzeit für Dunkelflauten-Prognosen durch moderne Digitalisierung und Wettermodelle

20 Jahre

EEG-Vergütungszeitraum, nach dem Biogasanlagen auslaufen (Ausstieg ab ca. 2030)

18 Jahre

Frist bis zur Wasserstoff-Umrüstungsverpflichtung für Gaskraftwerke (bis 31.12.2044)

zwei Drittel bis drei Viertel

Prognose von Lass: Marktanteil, den 5-6 große Unternehmen bei Ausschreibungen erhalten

zwei Unternehmen

Anzahl der Branchen/Hersteller, auf die Gaskraftwerk-Betreiber bei Komponentenbeschaffung zurückgreifen

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Einführung ins Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz · ab 00:19: Neues Gesetz fördert Gaskraftwerke mit Kapazitätsprämien zur Sicherung der Stromversorgung bei Dunkelflauten nach dem Kohleausstieg.
Kritik am Gesetzesdesign und Oligopol-Struktur · ab 06:07: Regulatorisches Design bevorzugt Oligopol: Große Konzerne können bauen, kleine Betreiber durch Netzanschluss-Probleme ausgeschlossen.
Die Alternative: Flexibilisierte Biogasanlagen als günstigere Lösung · ab 20:26: 9000 Biogasanlagen könnten für ein Fünftel der Kosten flexibilisiert werden und 24 Gigawatt Leistung bieten – dezentral, erneuerbar, unabhängig.
QX-Konzept: Lokale Quartierswärme als 100-Milliarden-Chance · ab 43:08: Dezentrales Geschäftsmodell: Lokale Wärmenetze mit Bürgerbeteiligung, über 100 Milliarden Euro Investitionspotenzial, Daseinsvorsorge ohne Einzelheizungen.

Quellen

StudieLehrstuhl Energieverfahrenstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) – Studie zu Kosten flexibilisierter Biogasanlagen vs. Wasserstoff-Benchmarks

StudieBundesnetzagentur – Versorgungssicherheitsbericht September 2025

RechtStromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (Strom-VKG)

Weitere 3 Quellen anzeigen

RechtGebäudemodernisierungsgesetz (G-Mod-G) – reformiertes Heizungsgesetz

RechtErneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – mit Flexprämien und Einspeisevorrang

StudieZensus 2022 – Datengrundlage für Quartiersidentifikation in Schleswig-Holstein

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

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Martin LassGAST

Landwirt und Energiewirt aus Tüttendorf bei Gettorf, Schleswig-Holstein. Betreibt eine Biogasanlage aus dem Jahr 2010 mit Gasspeicher (88 Megawattstunden), Blockheizkraftwerk und Wärmespeicher. Entwickelt das QX-Konzept für dezentrale Quartierswärme mit lokaler Energieversorgung. Aktiv in der Biogasbranche-Lobby und Kampagne ‚Bio-Wasserstoff-Zukunft'. Setzt sich für Flexibilisierung bestehender Biogasanlagen als kostengünstige Alternative zu gaskraftwerken ein.

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