F.A.Z. Frühdenker
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F.A.Z. Frühdenker Weekend • Kulturrevolution beim Ehegattensplitting: „Hält die Frauen vom Arbeiten ab

13. Juni 2026 · 32 Min.

Das Ehegattensplitting erzeugt steuerliche Fehlanreize, die viele Frauen zu Teilzeitarbeit veranlassen; vorgeschlagen wird eine Begrenzung des Splitting-Vorteils und die Umverteilung der Mittel zugunsten von Kindern.

In der Folge diskutiert Monika Schnitzer (Vorsitzende der Wirtschaftsweisen) ihren Vorschlag, das Ehegattensplitting durch eine individuelle Besteuerung mit einem übertragbaren Betrag von 13.805 Euro zu ersetzen und die eingesparten Mittel in höhere Kindergeld- bzw. Kinderfreibeträge umzuleiten. Schnitzer argumentiert, das bestehende Splitting halte Frauen vom Arbeiten ab, verschärfe Abhängigkeitsrisiken und sei ungerecht gegenüber Paaren ohne Einkommensungleichheit. Dem widerspricht Patrick Bernau (Leiter der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung): Er betont die individuelle Entscheidungsfreiheit von Paaren und sieht im Splitting eine Form der Gleichbehandlung des Gesamteinkommens. Die Debatte umfasst auch Verteilungsrechnungen (Gewinner: Eltern und Alleinerziehende; Verlierer: Paare ohne Kinder) und die politische Dimension mit Befürwortern und Ablehnern in den Parteien.

Zahlen & Fakten

13.805 €

Höhe des vorgeschlagenen übertragbaren Betrags (Anknüpfung an den Unterhaltsfreibetrag) im Reformvorschlag.

ca. 10.000 €

Beispielrechnung: Steuerersparnis für ein Paar mit einem Einkommen von 100.000 € und einem Partner ohne Einkommen unter dem aktuellen Splitting.

ca. 5.600 €

Beispielrechnung: Steuerersparnis des höherverdienenden Partners bei Anwendung des vorgeschlagenen Übertragungsbetrags (bei angenommenem Spitzensteuersatz von 42 %).

Weitere 4 Zahlen & Fakten anzeigen

knapp 600 €

Durchschnittlicher Jahresgewinn für Paare mit Kindern laut Durchrechnung des ICO-Instituts bei dem Reformmodell.

gut 400 €

Durchschnittlicher Jahresgewinn für Alleinerziehende laut Durchrechnung des ICO-Instituts.

ca. 300 €

Durchschnittlicher Jahresverlust für Paare ohne Kinder laut Durchrechnung des ICO-Instituts im Vergleich zum Status quo.

bis zu 20.000 €

Maximaler Splitting-Vorteil bei sehr hohen und sehr ungleichen Einkommen im Status quo (genannt als Größenordnung).

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Problem und Funktionsweise des Ehegattensplittings · ab 00:11
Monika Schnitzers Reformvorschlag: Realsplitting und Umverteilung zu Kindern · ab 10:03
Gegenposition und politische Debatte · ab 22:51

Quellen

RedeLars Klingbeil (Rede vor der Bertelsmann Stiftung, brachte das Thema Ehegattensplitting in die Diskussion)

ArtikelPatrick Bernau, Kommentar 'Lass den Eheleuten ihr Splitting' in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

C
Corinna BudrasHOST

Moderatorin dieser Folge, meldet sich aus Berlin, führt durch die Themen des Tages und interviewt die Gäste zu den Koalitionsbeschlüssen.

Alle Auftritte von Corinna Budras
M
Monika SchnitzerGAST

Ökonomin und Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Wirtschaftsweisen"). In der Folge erläutert sie das Jahresgutachten, verteidigt Vorschläge zur Rentenreform und Kapitaldeckung, bewertet Gesundheits‑ und Pflegekosten sowie Subventionen und mahnt Investitionen in Zukunftstechnologien wie KI an.

Alle Auftritte von Monika Schnitzer
P
Patrick BernauGAST

Leiter der Wirtschaftsredaktion in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung; verfasste den Kommentar 'Lass den Eheleuten ihr Splitting' und vertritt die Gegenposition, dass Paare die Arbeitsteilung selbst entscheiden sollten und das Splitting das gemeinsame Einkommen einheitlich besteuere.

Alle Auftritte von Patrick Bernau

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