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Kulturrevolution beim Ehegattensplitting: „Hält die Frauen vom Arbeiten ab“

8. Juni 2026 · 34 Min.

Monika Schnitzer und eine Gruppe von Ökonom:innen schlagen vor, das Ehegattensplitting durch individuelle Besteuerung mit einem begrenzten Übertragungsbetrag zu ersetzen und die eingesparten Mittel gezielt für Kinderleistungen zu verwenden.

Die Folge diskutiert einen Vorschlag der Wirtschaftsweisen, das klassische Ehegattensplitting abzuschwächen: Statt gemeinsamer Veranlagung soll individuell besteuert werden, kombiniert mit einem übertragbaren Freibetrag von 13.805 Euro pro Partner (Realsplitting). Die dadurch freiwerdenden Mittel sollen eins zu eins in höhere Kinderleistungen (Kindergeld/Kinderfreibetrag) fließen. Monika Schnitzer begründet die Reform mit Fehlanreizen, die Frauen zu Teilzeitarbeit verleiten; Patrick Bernau bringt die Gegenposition ein und warnt vor Eingriffen, die Paarentscheidungen und Einkommen belasten könnten.

Zahlen & Fakten

13.805 €

Vorgeschlagener hypothetischer Übertragungsbetrag pro Partner im Realsplitting (Anknüpfung an den aktuellen Unterhaltsbetrag).

5.600 €

Im Gespräch genanntes Beispiel: geschätzte Steuerersparnis für den höherverdienenden Partner durch den Übertragungsbetrag bei angenommenem Spitzensteuersatz.

10.000 €

Beispielhafte Differenz der Steuerlast zwischen Alleinveranlagung und Splitting im anfänglichen Rechenbeispiel (100.000 vs. 0).

Weitere 5 Zahlen & Fakten anzeigen

600 €

Durchschnittlicher jährlicher Zugewinn für Paare mit Kindern laut durchgerechneter Modellrechnung (ICO-Institut).

400 €

Durchschnittlicher jährlicher Mehrbetrag für Alleinerziehende laut derselben Berechnung (ICO-Institut).

300 €

Durchschnittlicher jährlicher Verlust für Paare ohne Kinder laut der Modellrechnung im Vergleich zum Status quo.

20.000 €

Im Gespräch genannter möglich hoher Splitting-Vorteil bei sehr hohen und ungleichen Einkommen (als Beispiel genannt).

42 %

Als angenommener Steuersatz zur Illustration der Wirkung des Übertragungsbetrags in einem Beispiel.

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Erläuterung und Kritik am traditionellen Ehegattensplitting · ab 01:13
Vorschlag der Wirtschaftsweisen: Realsplitting und Umverteilung an Kinder · ab 12:41
Gegenposition, praktische Einwände und politische Debatte · ab 25:29

Quellen

StudieICO-Institut (Berechnungen zur Verteilungswirkung des Vorschlags der Wirtschaftsweisen)

ArtikelKommentar 'Lass den Eheleuten ihr Splitting' von Patrick Bernau in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

M
Monika SchnitzerGAST

Ökonomin und Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Wirtschaftsweisen"). In der Folge erläutert sie das Jahresgutachten, verteidigt Vorschläge zur Rentenreform und Kapitaldeckung, bewertet Gesundheits‑ und Pflegekosten sowie Subventionen und mahnt Investitionen in Zukunftstechnologien wie KI an.

Alle Auftritte von Monika Schnitzer
P
Patrick BernauGAST

Leiter der Wirtschaftsredaktion in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung; verfasste den Kommentar 'Lass den Eheleuten ihr Splitting' und vertritt die Gegenposition, dass Paare die Arbeitsteilung selbst entscheiden sollten und das Splitting das gemeinsame Einkommen einheitlich besteuere.

Alle Auftritte von Patrick Bernau

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.