Die Kernfusion ist physikalisch möglich und notwendig, erfordert aber eine sorgfältig konstruierte Wärmeisolation durch Magnetfelder – und der Stellarator bietet gegenüber dem Tokamak Vorteile für stabile Dauerbetrieb.
Thomas Klingner vom Max-Planck-Institut Greifswald erklärt die physikalischen Grundlagen der Kernfusion, die Anfänge der magnetischen Fusionsforschung in den 1950er Jahren und warum das Wissen lange euphorisch überschätzt wurde. Er zeigt, warum ein stabiles Plasma in einer kalten Umgebung ein gigantisches Isolationsproblem ist, und wie zwei Lösungsansätze – Tokamak und Stellarator – dieses Problem angehen. Der Wendelstein 7-X ist die technologische Speerspitze dieses Ansatzes; die Folge thematisiert den langen Forschungsweg vor der wirtschaftlichen Nutzbarkeit.
Zahlen & Fakten
100 Millionen Grad
Temperatur des Fusionsplasmas, erforderlich für effiziente Kernfusion
100.000-fach
Verdünnung des Wasserstoffgases im Magneteinschluss im Vergleich zur Luft
3–5 Bar
Gasdruck des Plasmas bei der Wendelstein 7-X (vergleichbar mit Fahrradreifendruck)
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1950er Jahre
Beginn ernsthafter Fusionsforschung nach Zweitem Weltkrieg
50 Jahre
Sprichwörtliches Ziel: Kernfusion ist immer noch '50 Jahre entfernt' (seit ~1950)
30 Kubikmeter
Plasma-Volumen der Wendelstein 7-X
1000 Kubikmeter
Angestrebtes Plasma-Volumen für zukünftige Fusions-Kraftwerke
45 Meter
Geschätzter Durchmesser eines Tokamak-ähnlichen Fusions-Kraftwerks (hochgerechnet von Wendelstein 7-X)
16 Meter
Durchmesser der Wendelstein 7-X
70 Magnete
Anzahl der supraleitenden Magnete in der Wendelstein 7-X
20 Magnete
Zusätzliche Magnete zur Feinkontrolle der Magnetfeld-Konfiguration
3 Kelvin
Betriebstemperatur der supraleitenden Magnete (−270 °C)
150 Grad Celsius
Ausheiz-Temperatur des Plasma-Gefäßes zur Entfernung von Wasser und Gasen
4–6 Wochen
Dauer zum Abkühlen des gesamten Magnetsystems von Raumtemperatur auf 3 Kelvin
5 Monate
Gesamte Vorbereitungszeit bis zur Betriebsbereitschaft der Wendelstein 7-X
2 Megawatt
Stromverbrauch der Helium-Kühlanlage während des Dauerbetriebs
10.000–15.000 Ampere
Stromstärke beim Hochfahren der Magnete
0,01 Gramm
Wasserstoffmenge, die für Plasma-Experimente in Wendelstein 7-X benötigt wird
1000-fach
Dichteunterschied: Plasma in Wendelstein vs. Materiedichte im Zentrum der Sonne
100 Megapascal
Mechanische Spannungen in der Stützstruktur durch Magnetkräfte (vergleichbar: 1 Tonne auf 1 cm²)
30 Größenordnungen
Erhöhung der Fusionswahrscheinlichkeit bei Deuterium-Tritium gegenüber Proton-Proton-Fusion
500 Öffnungen
Anzahl der Öffnungen/Flansche in der Wendelstein 7-X, an denen Vakuum-Leckagen auftreten können
Millisekunden
Zeit bis ein Plasma die Zieltemperatur von 100 Millionen Grad erreicht
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• Ernest Rutherford – Rutherford-Streuversuche zur Atomkern-Struktur
• Hans Bethe – Kernfusions-Prozesse in Sternen
• Carl Friedrich von Weizsäcker – Beteiligung an Fusionstheorie
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• George Gamow – Kernphysik und Stellarphysik
• Lyman Spitzer – Project Matterhorn (erster Stellarator, Princeton University)
Wer spricht
TThomas KlingnerGAST
Physiker und Leiter des Bereichs Stellarator-Dynamik und -Transport am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald. Seit 1999 Professor für Plasmaphysik, spezialisiert auf Grundlagenaspekte der Plasmaphysik und magnetischen Fusionsforschung. Langjähriger Forscher an der Wendelstein-Stellarator-Serie, zentral beteiligt an Optimierung des Magnetfeld-Designs und der Stabilisierung turbulenter Plasma-Dynamiken zur Verbesserung der Wärmeisolation.
Alle Auftritte von Thomas Klingner →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.