Schwarze Eisberge: Klimawandel erzeugt neue Lebensräume auf dem Tiefseeboden
1. Juli 2026 · 5 Min.
Schmelzende Eisberge transportieren vermehrt Geröll in die Arktis und schaffen auf dem Tiefseeboden neue steinige Lebensräume, wodurch sich Tiefsee-Ökosysteme innerhalb weniger Jahrzehnte verändern.
Ein Helikopterpilot entdeckte dunkle, gesteinsreiche Flecken auf Eisbergen; Meeresbiologin Melanie Bergmann untersuchte diese und verglich sie mit Tiefseeaufnahmen. Die Polarstern liefert seit 1999 Kameraaufnahmen vom Meeresboden; zwischen 2011 und 2017 stieg die Dichte von Steinen deutlich. Aus einem über 40 Jahre langen Polarstern-Datensatz und Modellrechnungen (Thomas Krumpen) ergibt sich: Seit etwa 2000 nehmen Eisberge zu, dünneres Meereis führt zu schnellerer Bewegung, verstärkter Erosion und mehr absinkendem Geröll. Auf den neu entstandenen Steinansammlungen siedeln Schwämme, Anemonen, Seelilien und kleine Krebstiere; Gerhard Schmiedl hebt hervor, dass diese Veränderungen in wenigen Jahrzehnten stattfinden. Ob daraus auch negative Effekte für die Tiefseeökosysteme folgen, bleibt Gegenstand weiterer Forschung.
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