Interdisziplinäre Befunde deuten darauf hin, dass die Pest des 14. Jahrhunderts nicht als biologische Waffe nach Europa eingeschleust wurde, sondern durch klimatisch bedingte Ernteausfälle nach einem vermutlich tropischen Vulkanausbruch und anschließende Getreidelieferungen aus dem Schwarzmeerraum begünstigt wurde.
Dr. Martin Bauch erklärt, wie Klimaanomalien in den Jahren 1345–1347, nachweisbar in Baumringen und Schriftquellen, Ernteausfälle im Mittelmeerraum verursachten. Eisbohrkerndaten deuten auf einen tropischen Vulkanausbruch um 1345 hin, der die Witterung veränderte. Die daraus resultierenden Getreidelieferungen aus dem Schwarzmeerraum nach Italien können Flohlarven und damit den Pest-Erreger verbreitet haben. Der Beitrag betont den Mehrwert interdisziplinärer Forschung und zieht Lehren für den Umgang mit Pandemien und gesellschaftlichen Reaktionen.
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Wieland Mikulajczyk ist Moderator des Podcasts ‚Forschungsquartett‘ und führt in dieser Folge durch das Interviewformat. Er leitet das Gespräch, stellt Fragen zu Citizen Science und den Leipziger Pflastergeschichten und moderiert die Einordnung der Forschung für ein breiteres Publikum.
Alle Auftritte von Wieland Mikulajczyk →DDr. Martin BauchGAST
Mittelalterhistoriker am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig. Schwerpunktmäßig forscht er zu Umwelt- und Seuchengeschichte des Mittelalters, arbeitete interdisziplinär mit Klimaforschern und Paläogenetikern zusammen, um Zusammenhänge zwischen Klimaanomalien, Ernteausfällen und der Ausbreitung der Pest zu rekonstruieren.
Alle Auftritte von Dr. Martin Bauch →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.