historycast
historycast
historycast

Im Revier. Von Ruhrpolen, Gastarbeitern und Kriegsflüchtlingen

13. Dezember 2025 · 45 Min.

Das Ruhrgebiet ist seit 150 Jahren ein Labor der modernen Migrationsgesellschaft, in dem sich Migration nicht als harmonischer Schmelztiegel, sondern als kontinuierlicher Prozess von Aushandlung, Brüchen und wechselnden Prioritäten vollzieht.

Die Episode erzählt die Migrationsgeschichte des Ruhrgebiets von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Sie zeigt, wie die industrielle Entwicklung zunächst Nahwanderer aus der unmittelbaren Umgebung anzog, dann die sogenannten Ruhrpolen aus den preußischen Ostprovinzen, später Zwangsarbeiter und Flüchtlinge, schließlich "Gastarbeiter" aus Südeuropa und der Türkei. Der Mythos des Schmelztiegels wird dabei relativiert: Jede Migrationswelle brachte Segregation, Konflikt und längerfristig generationenübergreifende Integration mit sich. Heute steht das Ruhrgebiet unter dem Druck von Deindustrialisierung und wirtschaftlicher Krise.

Rubriken

Themen & Erkenntnisse

Die Anfänge: Nahwanderung und die Entstehung des Ruhrgebiets · ab 06:01: Mit Bergbau und Eisenhütten ab Mitte des 19. Jahrhunderts siedeln zunächst lokale Bauern und dann Zuwanderer aus der näheren Umgebung ins Ruhrgebiet, charakterisiert durch extreme Fluktuation und vorübergehende Aufenthalte.
Ruhrpolen und kulturelle Differenzierung · ab 12:02: Ab 1890ern kommen ca. 500.000 polnischsprachige Preußen aus Ostprovinzen ins Ruhrgebiet. Sie bilden eigene Siedlungen, Vereine und Kirchengemeinden, werden aber zugleich zur Teilmenge der Bevölkerung.
Zwangsarbeit, Flüchtlinge und das Ende des Bergbaus · ab 20:09: Während des Zweiten Weltkriegs werden Hunderttausende zur Zwangsarbeit verpflichtet. Nach 1945 folgen Millionen Vertriebene und später 'Gastarbeiter' – jede Welle bringt neue Segregationen und generationenübergreifende Integrationsprozesse.
Mythos Schmelztiegel und heutige Integrationsfragen · ab 36:54: Das Konzept des 'Schmelztiegels' wird kritisiert als zu positiv: Jede Migrationswelle war mit Segregation, Konflikten und wirtschaftlichen Zwängen verbunden. Heute erschweren Krise und Perspektivlosigkeit die Integration.

Wer spricht

A
Almut FinckHOST

Autorin der Folge; sie erzählt und ordnet die Ereignisse des Black‑Tom‑Anschlags (1916) im Beitrag ein und fungiert als Sprecherin des WDR‑Zeitzeichen‑Features.

Alle Auftritte von Almut Finck →
C
Christoph NonnGAST

Professor für Neueste Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ausgewiesener Kenner der Migrationsgeschichte in Deutschland und Nordrhein-Westfalen

Alle Auftritte von Christoph Nonn →

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.