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Wurzeln schlagen? Jüdisches Leben in Deutschland von 1945 bis heute

14. November 2025 · 50 Min.

Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945 war von Anfang an geprägt von Zerwürfnis, Ambivalenz und steter Neuaushandlung – zwischen Überlebenden, Rückkehrern, Neuankömmlingen und einer Gesellschaft, die Vergangenheit lieber verdrängte als aufarbeitete.

Die Folge beleuchtet die Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland von 1945 bis heute. Almut Fink spricht mit der Soziologin Karen Körber über die vielfältigen Strategien von Überlebenden und Rückkehrern nach der Shoah, über Gemeindebildung unter Bedingungen von Isolation und Antisemitismus, über Migration aus dem Iran, und vor allem über die transformativen 1990er Jahre, als rund 220.000 Kontingentflüchtlinge aus der Sowjetunion kamen und jüdisches Leben in Deutschland grundlegend neu gestalteten. Ein Fokus liegt auf der Gegenwartssituation mit jungen Israelis und der anhaltenden Spannung zwischen Verwurzelung und Bedrohung.

Rubriken

Themen & Erkenntnisse

Nachkriegsjüdische Überlebende und Rückkehrer (1945–1950er) · ab 01:08: Nach der Shoah blieben nur 15.000–20.000 Juden in Deutschland. Überlebende aus Lagern, untergetauchte Deutsche und aus Osteuropa Geflüchtete bildeten fragmentarische Gemeinden unter Bedingungen von Antisemitismus und Isolation.
Iranische Juden und der Teppichhandel in Hamburg (1950er–1960er) · ab 18:42: Eine kleine Gruppe jüdischer Iraner etablierte sich in Hamburg als Teppichhändler und prägte ab den 1950ern das Gemeindeleben – eine wirtschaftsgeschichte der Migration ohne Verfolgungshintergrund.
Die Kontingentflüchtlinge der 1990er Jahre und die Transformation jüdischen Lebens · ab 31:05: Nach dem Mauerfall kamen ca. 220.000 sowjetische Juden nach Deutschland, was die demographischen und kulturellen Verhältnisse in jüdischen Gemeinden radikal umdrehte und neue Chancen wie Konflikte schuf.
Neue Migration: Israelis und gegenwärtige jüdische Vielfalt (2010er bis heute) · ab 41:45: Seit den 2010ern migrieren ca. 20.000 junge Israelis nach Deutschland, vor allem Berlin – aus ökonomischen und politischen Gründen. Dies zeigt jüdisches Leben heute als pluralistisch, aber auch durch neuen Antisemitismus bedroht.

Wer spricht

A
Almut FinckHOST

Autorin der Folge; sie erzählt und ordnet die Ereignisse des Black‑Tom‑Anschlags (1916) im Beitrag ein und fungiert als Sprecherin des WDR‑Zeitzeichen‑Features.

Alle Auftritte von Almut Finck →
K
Karen KörberGAST

Soziologin und Politologin, leitet den Bereich Jüdische Gegenwartsforschung am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg, forscht zu jüdischer Migrationsgeschichte nach 1945

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