Hörsaal – Deutschlandfunk Nova
Hörsaal – Deutschlandfunk Nova

Unzufrieden - Warum so viele die AfD wählen

5. Juni 2026 · 48 Min.

Detlef Pollack zeigt, dass AfD‑Wähler*innen vor allem aus Gefühlen von Ungerechtigkeit, schlechter Einschätzung der allgemeinen Lage, Misstrauen gegenüber der Politik und empfundener Überfremdung zur Partei neigen, besonders im Osten.

Detlef Pollack präsentiert eine empirische Analyse zur AfD‑Wählerschaft, basierend auf Regressions- und Clusteranalysen. Er identifiziert subjektive Deprivation, negative Einschätzungen der allgemeinen Wirtschaftslage, Misstrauen in Regierung und ein Gefühl kultureller Bedrohung als zentrale Faktoren, die die Wahlbereitschaft erhöhen. Im Osten Deutschlands sind die Gruppen ‚Verteidiger‘ (stärker marginalisiert und kulturell defendierend) deutlich überrepräsentiert. Abschließend fordert Pollack rhetorische Abrüstung, realistischere Erwartungen an die Politik und politische Mut, Grenzen des Machbaren zu kommunizieren.

Zahlen & Fakten

26 %

Gesamtdeutsche Zustimmung zur AfD (Umfragewert, wenn nächsten Sonntag Wahlen wären).

38–40 %

Zustimmung zur AfD in Ostdeutschland (laut zitierten Umfragen).

11 Prozentpunkte

Differenz im beobachteten Nettoeinkommen zwischen AfD‑Wählenden und Nicht‑Wählenden (objektive Einkommensdifferenz).

Weitere 10 Zahlen & Fakten anzeigen

31 Prozentpunkte

Differenz in der subjektiven Einschätzung der persönlichen Wirtschaftslage zwischen AfD‑Wählenden und Nicht‑Wählenden.

0,45 (45 %)

Varianzaufklärung (R‑Quadrat) des vorgestellten Modells: die einbezogenen Variablen erklären rund 45 % der Varianz der AfD‑Neigung.

39 % und 21 %

Anteil in Ostdeutschland: 39 % ‚Verteidiger‘, 21 % ‚Entdecker‘ (Clusteranalyse).

20 % und 20 %

Anteil dieser beiden Cluster (Verteidiger und Entdecker) in Gesamtdeutschland jeweils etwa 20 %.

68 %

Anteil der Ostdeutschen im Jahr 2018, die angaben, mit ihrer persönlichen Wirtschaftslage zufrieden zu sein.

4 %

Anteil der Bevölkerung mit einem rechtsextremen Weltbild laut Analysen der „Autoterrorismusstudie in Leipzig“ (im Vortrag genannt).

3,3 %

Anteil mit rechtsextremem Weltbild laut der im Vortrag genannten ‚Mitte‑Studie der Friedrich‑Eber‑Stiftung‘.

3 Billionen €

Geschätzte Staatsschulden Deutschlands, wie im Vortrag genannt (als Größenordnung).

63 %

Anteil der Staatsschulden am Bruttoinlandsprodukt (im Vortrag genannt).

48–49 %

Staatsquote (Anteil der Staatsausgaben an der Wirtschaftsleistung), wie im Vortrag genannt.

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Einstieg und Fragestellung · ab 00:00
Empirische Befunde: Regressionen und Wahrnehmungen · ab 06:12
Clusteranalyse, Interpretation und Empfehlungen · ab 21:37

Quellen

StudieAnalysen der Autoterrorismusstudie in Leipzig (im Vortrag genannt)

StudieMitte‑Studie der Friedrich‑Eber‑Stiftung (im Vortrag genannt)

StudieVeröffentlichung in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologien (zitiert im Vortrag, Befragung zu Ost‑West‑Differenzen)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

S
Sibylle ZalewskiHOST

Moderatorin bei Deutschlandfunk Nova, eröffnet und moderiert die Hörsaal‑Folge, stellt das Thema vor und leitet zum Vortrag von Detlef Pollack über.

Alle Auftritte von Sibylle Zalewski
D
Detlef PollackGAST

Detlef Pollack ist ein renommierter Religionssoziologe am Centrum für Religion und Moderne der Universität Münster. Er wuchs in der DDR auf, studierte Theologie, sammelte empirische Daten zu Religiosität weltweit und ist Autor u. a. von «Religion in der Moderne» sowie «Große Versprechen». In der Sendung erläutert er Ursachen, Trends und gesellschaftliche Folgen des Bedeutungsverlusts von Religion.

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