IQ – Wissenschaft und Forschung
IQ – Wissenschaft und Forschung
IQ – Wissenschaft und Forschung

Wilde Tiere in der Stadt - Warum sie immer mutiger werden

4. Juni 2026 · 10 Min.

Wildtiere in städtischen Räumen werden mutiger und risikofreudiger als ihre Artgenossen auf dem Land, weil sie weniger Bedrohung durch Menschen wahrnehmen und von besseren Nahrungsquellen profitieren.

Eine umfassende Metastudie aus Frankreich und den USA hat Verhaltensunterschiede von Wildtieren in Städten versus auf dem Land untersucht. Die Forschenden analysierten Daten aus 81 Studien zu Säugetieren, Amphibien, Reptilien, Insekten und Vögeln weltweit. Das zentrale Ergebnis: Stadttiere verhalten sich deutlich weniger schreckhaft, gehen mehr Risiken ein und sind erkundungsfreudiger als Landbewohner ihrer Art. Dies liegt nicht an genetischen Veränderungen, sondern an individueller Lernfähigkeit – Tiere beobachten, dass Menschen ungefährlich sind, und passen ihr Verhalten an.

Zahlen & Fakten

70 Prozent

Anteil der Untersuchungen, die sich auf Vögel in der Stadt konzentrierten, insbesondere auf deren Fluchtverhalten

70 Prozent

Anteil der Untersuchungen in der Metastudie, die sich auf Vögel in der Stadt konzentrierten

81 Studien

Anzahl der Studien, die in der Metastudie zur Untersuchung von Wildtierverhalten in Städten zusammengefasst wurden

Weitere 9 Zahlen & Fakten anzeigen

28 Länder

Geografischer Umfang der Untersuchungen für die Metastudie

10.000 Tierarten

Anzahl verschiedener Tierarten, die laut Stadt München in einer Großstadt wie München leben

39 Säugetierarten

Anzahl der Säugetierarten, die in München leben (einschließlich Haustiere)

9-mal

Faktor: Berlin hat laut Tierschutzbund neunmal mehr Igel als das Land

6 Meter

Mindesthöhe, die ein Baum haben sollte, damit sich Eichhörnchen darin ihren Kobel (Nest) bauen

81 Studien

Anzahl der Studien, die in der Metastudie analysiert wurden

28 Länder

Geografische Abdeckung der analysierten Wildtierdaten in der Studie

10.000 verschiedene Tierarten

Artenvielfalt in der Stadt München, darunter 39 Säugetierarten

neunmal

Verhältnis: Igelpopulation in Berlin ist neunmal höher als auf dem Land (laut Tierschutzbund)

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Die Metastudie und ihre Erkenntnisse · ab 00:46
Nahrung und Lebensraum als Motivatoren · ab 04:13
Konsequenzen und Stadtplanung · ab 08:36

Quellen

StudieMetastudie: Daten aus 81 Studien von Forschenden aus Frankreich und den USA zu Wildtieren in Städten aus 28 Ländern (Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Insekten, Vögel)

NABU: Aussage zu Rotfüchsen in Städten (mehr Füchse in Städten als auf dem Land; Stadtfüchse können nicht umgesiedelt werden)

Tierschutzbund: Aussage zu Igelbeständen in Berlin (neunmal so viele Igel wie auf dem Land)

Weitere 1 Quelle anzeigen

Stadt München: Angabe zu 10.000 Tierarten in der Großstadt München, darunter 39 Säugetierarten

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

S
Stefan GeyerHOST

Wissenschaftsjournalist beim Bayerischen Rundfunk; moderiert den Wissenschaftspodcast »IQ« mit Beiträgen zu Gesundheitsthemen, Stadtökologie und aktueller naturwissenschaftlicher Forschung.

Alle Auftritte von Stefan Geyer
V
Veronika BräseGAST

Redakteurin des IQ-Teams, die die Metastudie zu Verhaltensanpassungen von Wildtieren in Städten recherchiert und analysiert hat

Alle Auftritte von Veronika Bräse

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

Ähnliche Folgen