In einem Gespräch mit Tilo Jung erklärt Bert Hoffmann Kubas historische Entwicklung, die Folgen des US-Embargos und die aktuelle humanitäre sowie ökonomische Krise.
Tilo Jung spricht mit Bert Hoffmann über Kuba: Von Hoffmanns Forschungshintergrund bis zur Revolution, den Zusammenbruch der sowjetischen Unterstützung und den anhaltenden Druck durch US-Sanktionen. Hoffmann analysiert, wie Remittances, parallele Währungen und ein staatlich kontrolliertes Mediensystem die Gesellschaft spalten, wie das Militär und die Castro-Familie die Macht strukturieren und welche Chancen und Grenzen internationale Hilfe hat.
Vorstellung des Gastes und Werdegang: Hoffmanns akademischer und journalistischer Werdegang, der ihn zu Kuba führte, inklusive Forschungsschwerpunkten.
Geschichte der Revolution und frühe US-Beziehungen: Kurzüberblick: Kolonialgeschichte, Revolution 1959 und die frühe Konfrontation mit den USA im Kalten Krieg.
Kollaps der Sowjetunion und die Krise der 1990er: Wegfall sowjetischer Unterstützung, harte Rationierung, Reformen und die Floßflucht 1994 als Folge der Krise.
Medien, Internet und Kontrolle des Informationsraums: Staatliches Medienmonopol vs. digitale Grauzonen: Internetzugang, soziale Medien und staatliche Eingriffe.
Ökonomie heute: Dollarkanäle, Parallelwährungen und Versorgungskrise: Dollarabhängigkeit, Energie- und Warenknappheit, Remittances als existenzielle Stütze vieler Familien.
US-Sanktionen, geopolitische Hebel und Zielrichtung: Erklärung der US-Sanktionsstrategie als Instrument wirtschaftlicher und politischer Einflussnahme.
Machtgefüge: Partei, Militär und Führungstransfer: Machtblock aus Partei, Militär und Castro-Netzwerken prägt politische Kontrolle und wirtschaftliche Schlüsselbereiche.
Soziale Folgen: Ungleichheit, Migration und Rassendimensionen: Remittances und Dollarkanäle verstärken soziale und rassifizierte Ungleichheiten, Migration als Ventil.
Gesundheitswesen: Errungenschaften und aktueller Verfall: Kuba hat weltweit sichtbare Gesundheitserfolge, leidet aber aktuell unter Medikamenten- und Transportengpässen.
Wer spricht
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Bert HoffmannGAST
Bert Hoffmann ist Politikwissenschaftler am "English German Institute of Global and Area Studies" und arbeitet am Lateinamerika‑Institut. Er hat als Journalist für die taz publiziert, eine Doktorarbeit über Internetpolitik (u. a. mit Fallstudien zu Kuba und Costa Rica) verfasst, zahlreiche Feldreisen unternommen und lehrt/berät zu Lateinamerika (Honorar‑Professor an der FU Berlin wird im Gespräch genannt).