Benachteiligt die Rentenkommission Ostdeutsche?
23. Juni 2026 · 5 Min.
Die Rentenkommission empfiehlt, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen; das würde bestehende regionale Unterschiede nicht neu schaffen, trifft aber insbesondere Ostdeutsche härter und erfordert politische Ausgleichsmaßnahmen.
Die Kommission schlägt eine langsame Erhöhung des Renteneintrittsalters (an die Lebenserwartung gekoppelt), erweitert die Beitragspflicht auf Gruppen wie Selbstständige und Abgeordnete, will beitragsfreie Minijobs einschränken und Teile der Beiträge am Kapitalmarkt anlegen. Gleichzeitig empfiehlt sie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Expert:innen betonen, dass diese Maßnahmen bestehende regionale Unterschiede zementieren und Ostdeutsche wegen geringerer Lebenserwartung und weniger betrieblicher Altersvorsorge stärker belasten würden.
Zahlen & Fakten
2,4 Millionen
Anzahl der Menschen, die derzeit die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren in Anspruch nehmen
33
Anzahl der Empfehlungen der Rentenkommission
68 Jahre statt 67 Jahre
Beispiel: Wer jetzt Anfang 30 ist, würde künftig mit 68 statt 67 in Rente gehen
Weitere 3 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
45 Beitragsjahre
Bisherige Voraussetzung für abschlagsfreie Rente (Rente mit 63)
1,4 Jahre
Statistischer Unterschied: Ostdeutsche Männer sterben im Schnitt 1,4 Jahre früher als Westdeutsche
4 Jahre
Im Beispiel bezieht die Person aus Stuttgart statistisch vier Jahre länger Rente als die Person aus Magdeburg
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• RedeVerena Bentele (Präsidentin Sozialverband VdK) – Warnung, dass unterschiedliche regionale Lebenserwartungen soziale Spaltungen verschärfen könnten
• RedeLukas Harder (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, DIW) – Hinweis auf verschiedene mögliche Bezugsgrößen für Fairness und auf stärkere Abhängigkeit Ostdeutscher von der gesetzlichen Rente
• RedeProf. Ulrich Becker (Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik) – Argumentation, dass die Rente eine sozialpolitische Unterstützung ist und nicht allein als Sparkasse zu betrachten ist
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
TTim AßmannHOST
Trägt in der Folge die Zusammenfassung der zentralen Vorschläge der Rentenkommission vor; fasst die wichtigsten Punkte kurz und einordnend zusammen.
Alle Auftritte von Tim Aßmann →VVerena BenteleGAST
Präsidentin des Sozialverbands VdK; warnt im Beitrag davor, dass regionale Unterschiede in der Lebenserwartung zu einer Verschärfung sozialer Ungleichheit führen könnten.
Alle Auftritte von Verena Bentele →LLukas HarderGAST
Wissenschaftler am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW); diskutiert im Beitrag die Frage, auf welcher Ebene Fairness bei der Kopplung des Rentenalters hergestellt werden sollte und weist auf die stärkere Abhängigkeit Ostdeutscher von der gesetzlichen Rente hin.
Alle Auftritte von Lukas Harder →PProf. Ulrich BeckerGAST
Forscher am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik; betont, die Rente habe primär eine sozialpolitische Funktion und sei nicht als reine Sparkasse zu verstehen.
Alle Auftritte von Prof. Ulrich Becker →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.