MDR aktuell – Das Beste vom Morgen
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Warum die Beschäftigten der Stahlindustrie demonstrieren

12. Juni 2026 · 4 Min.

Beschäftigte der Stahlindustrie demonstrieren für mehr Unterstützung, vor allem verlässliche und bezahlbare Industriestrompreise sowie ein klares Bekenntnis der Politik zur heimischen Stahlproduktion.

Die Folge berichtet über eine Großdemonstration der Stahlbeschäftigten in Berlin, zu der die IG Metall aufgerufen hat. Vor Ort schildert ein Werkchef aus Riesa, wie volatile Strompreise die Produktion gefährden und Öfen abgeschaltet werden müssen. Die Bundesregierung plant einen staatlich gedeckelten Industriestrompreis, was EU-seitig bereits Zustimmung fand, doch Gewerkschaften kritisieren Bürokratie und zeitliche Begrenzung. Experten mahnen außerdem globalen Wettbewerbsdruck und fordern Zölle, CO2-Politik-Anpassungen und Förderung grüner Stahlproduktion.

Zahlen & Fakten

300 Euro

Stundenpreise an der Strombörse, die zeitweise überschritten werden und zur Abschaltung von Öfen führen

50 Euro/MWh

Forderung der Branche (Wirtschaftsvereinigung Stahl) nach einem Komplettpreis von 50 Euro pro Megawattstunde

3 Jahre

Von der EU/bzw. Kritikern als zu kurze zeitliche Begrenzung des vorgesehenen Industriestrompreis-Modells genannt

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Aufruf zur Großdemo der Stahlbeschäftigten · ab 00:22
Probleme durch volatile Strompreise am Beispiel Riesa · ab 00:33
Geplante Industriestrompreisregelung und Kritik der Gewerkschaft · ab 01:26
Internationaler Wettbewerbsdruck und politische Handlungsoptionen · ab 02:08

Wer spricht

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Ralf GeislerHOST

Berichtender Journalist/Redakteur, der die Thematik einführt und den Beitrag über Chip-Design in Sachsen präsentiert.

Alle Auftritte von Ralf Geisler
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Uwe ReineckeGAST

Chef des Feralpi-Stahlwerks Riesa, der Schrott zu Baustahl einschmilzt. Er beschreibt konkret, wie volatile Strombörsenpreise die Betriebspraxis beeinflussen: Stundenpreise, die teils über 300 Euro liegen, zwingen ihn zeitweise, den Elektroofen abzuschalten. Reinecke fordert eine planbare staatliche Obergrenze für Industriestrom (als Komplettpreis etwa 50 Euro/MWh), damit Produktion und Auslastung verlässlich bleiben.

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J
Jan OttoGAST

Vorsitzender der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, der zur Großdemonstration in Berlin aufruft. Er kritisiert das geplante Industriestrompreis-Modell als bürokratisch und zeitlich zu befristet (drei Jahre) und fordert stattdessen dauerhafte Planungssicherheit sowie ein klares politisches Bekenntnis zur heimischen Stahlindustrie, etwa durch staatliche Bauaufträge mit inländischem Stahl.

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Hubertus BarthGAST

Wirtschaftsexperte vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Er analysiert den internationalen Stahlmarkt, weist auf chinesische Überkapazitäten und die Suche nach Abnehmern hin und plädiert für politische Gegenmaßnahmen wie Zölle gegen Billigimporte, eine durchdachte Steuerung der CO2-Emissionsrechte sowie die Förderung grüner Stahlproduktion zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

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