Weltraum-Anarchie: Wer kontrolliert die Tausenden neuen Satelliten?
3. Juni 2026 · 36 Min.
Die rapide Kommerzialisierung des Erdorbits bringt riesige Chancen durch mehr Erdbeobachtungsdaten, erzeugt aber zugleich Probleme wie orbitalen Dichtestress, Machtkonzentration privater Anbieter, Cyberrisiken und Lücken in der internationalen Rechtsordnung.
In einer Live-Diskussion an der ETH Zürich erklären Felix Seidel und Leonid Leiva Ariosa, wie wiederverwendbare Raketen und New Space die Zahl der Satelliten explosionsartig erhöhen und damit neue datenbasierte Möglichkeiten schaffen. Zugleich führen Tests mit Anti-Satellitenwaffen, wachsende Trümmerfelder und unklare Haftungsregeln zu realen Gefahren für die ISS und kritische Infrastruktur. Die Gäste fordern, Technik, Wirtschaft und Politik müssten nun Regeln und Sicherheitsstandards weiterentwickeln.
Zahlen & Fakten
50%
Anteil der getesteten Satellitenverbindungen, die laut erwähnter Untersuchung nicht verschlüsselt waren (als 'die Hälfte' im Gespräch genannt)
1.500
Anzahl Trümmerteile, in die ein russischer Satellit bei einem Anti-Satelliten-Test zerbrach
12.000–15.000
geschätzte Gesamtzahl der Satelliten, die derzeit um die Erde kreisen (Stand der Folge)
Weitere 6 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
10.000
Anzahl der Starlink-Satelliten im erdnahen Orbit, die im Gespräch genannt werden
45.000
Anzahl Objekte (größer 10 cm), die regelmäßig im Orbit überwacht werden
15.000
Anzahl aktiver Satelliten unter den überwachten Objekten
28.000 km/h
Annähernde Geschwindigkeit, mit der Objekte im niedrigen Erdorbit reisen
6.000
Anzahl von Windrädern in Deutschland, die beim Kaskaden-Ausfall eines Satellitennetzwerks vorübergehend nicht gesteuert wurden (Folgebeispiel)
2007
Jahr, in dem China laut Gespräch einen Anti-Satelliten-Test durchführte, der zu vielen Trümmerteilen führte
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• RechtOuter Space Treaty (1967) — internationaler Weltraumvertrag, der im Gespräch als grundlegende Rechtsnorm genannt wurde
• Copernicus-Programm (Sentinel-Satelliten) — europäisches Erdbeobachtungsprogramm, das im Gespräch als verlässliche Datenquelle genannt wurde
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
DDavid VogelHOST
David Vogel ist der Moderator der NZZ‑Geopolitik‑Folge und führte in diesem Interview die Gesprächsleitung mit Fragen zu den Schweizer «guten Diensten» und Aussenpolitik.
Alle Auftritte von David Vogel →FFelix SeidelGAST
Leitet das neu gegründete ETH Swiss Geolab (Start 1. Mai) und war zuvor 14 Jahre bei der NASA tätig; im Gespräch erläutert er, wie das Geolab Erdbeobachtungsdaten aus Satelliten, Flugzeugen, Drohnen und Bodenmessungen kombiniert, um Entscheidungsträgern in der Schweiz bessere Informationen zu liefern.
Alle Auftritte von Felix Seidel →LLeonid Leiva AriosaGAST
Wissenschaftsredaktor bei der NZZ; erklärte in der Diskussion die Rolle von New Space, die Auswirkungen wiederverwendbarer Raketen (z. B. SpaceX) auf Startkosten und Satellitenanzahl sowie geopolitische und sicherheitsrelevante Folgen wie die Dominanz von Starlink und Cyberrisiken.
Alle Auftritte von Leonid Leiva Ariosa →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.