
Wem helfen die Rentenpläne - und wem nicht? Mit Marcel Fratzscher
24. Juni 2026 · 1 Std. 35 Min.
Das neue Rentenpaket geht zwar in die richtige Richtung, wird aber nicht reichen, um die großen Probleme der Altersarmut zu lösen und die junge Generation ausreichend zu entlasten.
Die Rentenkommission hat umfassende Reformvorschläge vorgelegt, die das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln, eine neue kapitalgedeckte Rente nach schwedischem Vorbild einführen und Frühverrentungen einschränken sollen. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW, würdigt diese Maßnahmen als positiv, kritisiert aber, dass sie zu vorsichtig sind und die zentralen Probleme wie Altersarmut und die Belastung junger Menschen nicht ausreichend adressieren. Er sieht Defizite beim Äquivalenzprinzip, bei der Einbeziehung von Beamten und fordert mutigere Schritte wie einen "Boomer-Soli" zur Umverteilung.
Zahlen & Fakten
80 Prozent
Wahrscheinlichkeit, dass das Rentenreform-Paket mit keinen größeren Änderungen umgesetzt wird
651 Prozent
Rendite des schwedischen Rentenfonds AP7 Sofa seit 2000
19 bis 20 Prozent
Anteil der Rentnerinnen und Rentner, die von Altersarmut bedroht sind
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2 Prozentpunkte
Erhöhung der Rentenbeitragssätze durch neue Kapitalrente (je 1% Arbeitnehmer und Arbeitgeber)
18,6 Prozent
Derzeitiger Beitragssatz zur Rentenversicherung
40 Milliarden Euro
Geschätzte zusätzliche Kosten für Unternehmen durch ein Prozentpunkt Rentenbeitrag
48 Prozent
Rentenniveau (Quote) in Deutschland
70 Prozent
Rentenniveau in Österreich
7 Millionen
Anzahl der Minijobberinnen und Minijobber in Deutschland
4 Millionen
Geschätzte Anzahl der Selbstständigen in Deutschland
19 Prozent
Anteil der Rentner und Rentnerinnen, die von Armut bedroht sind, deutlich über dem Durchschnitt anderer Bevölkerungsgruppen
651 Prozent
Rendite des schwedischen Rentenfonds AP7 Såfa seit dem Jahr 2000
18,6 Prozent
Aktueller Rentenbeitragssatz vor der geplanten Erhöhung
70 Prozent
Rentenniveau in Österreich, höher als die deutschen 48 Prozent
48 Prozent
Aktuelles Rentenniveau in Deutschland
80 Prozent
Fratzschers Prognose der Wahrscheinlichkeit, dass das Rentenpaket so oder mit nur kleinen Änderungen umgesetzt wird
6 zu 1
Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern Anfang der 1960er Jahre
wenig mehr als 2 zu 1
Aktuelles Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern
770 Euro
Geschätzte zusätzliche monatliche Rente durch neue Kapitalrente für Deutsche
2090 bis 2100
Prognostiziertes Jahr, in dem Rente mit 70 unter den neuen Regeln erreicht werden könnte
13
Anzahl der Kommissionsmitglieder in der Rentenkommission (10 Experten, 3 Bundestagsabgeordnete)
33
Anzahl der Maßnahmen, die die Rentenkommission empfiehlt
45
Anzahl der erforderlichen Beitragsjahre für abschlagsfreie Rente mit 63
2031
Jahr, ab dem der Nachhaltigkeitsfaktor wieder eingeführt werden soll
2041/2042
Zeitraum, ab dem das Renteneintrittsalter an Lebenserwartung gekoppelt werden soll
2090
Mutmaßliches Jahr, in dem die Rente mit 70 erreicht werden könnte, wenn Lebenserwartung weiter steigt
770 Euro
Geschätzt zusätzliche monatliche Rente durch neue kapitalgedeckte Komponente pro Person
zwei Prozent
Erhöhung des Rentenbeitragssatzes durch die neue kapitalgedeckte Komponente (je 1% Arbeitnehmer und Arbeitgeber)
vier Millionen
Anzahl der Selbstständigen in Deutschland, die von Versicherungspflicht betroffen sind
sieben Millionen
Anzahl der Minijobber in Deutschland, davon viele Frauen im erwerbstätigen Alter
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• ArtikelArtikel in der Zeit zur Mütterrente und zum Thema Altersarmut (referenziert im Kontext des Busfahrer-Beispiels)
• StudieBericht der Alterssicherungskommission (Rentenkommission) zu den Reformvorschlägen
• Österreichisches Rentensystem - als internationales Vorbild für Rentenreformen erwähnt
Wer spricht
AAnne WillHOST
Anne Will: Moderatorin und Gastgeberin des Podcasts Politik mit Anne Will. In der Folge führt sie durch das Thema, stellt Fragen zur aktuellen Gesetzeslage und zum Versorgungsdruck in der Psychotherapie, bezieht Hörerzuschriften ein und moderiert das Gespräch mit der eingeladenen Expertin, um Sachverhalte und politische Folgewirkungen verständlich zu machen.
Alle Auftritte von Anne Will →MMarcel FratzscherGAST
Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Wirtschaftswissenschaftler und Ökonom. Studierte in USA, Großbritannien und Italien, arbeitete als Entwicklungshelfer in Indonesien, für Think Tanks in Washington DC und die Europäische Zentralbank. Forscht zu Ungleichheit, Infrastruktur, Wohnen und Wirtschaftspolitik; berät unabhängig Politik und Wirtschaft auf Basis wissenschaftlicher Daten.
Alle Auftritte von Marcel Fratzscher →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.