Mythos Stockholm-Syndrom - Wie ein Banküberfall eine (psychologische) Legende schuf
16. Juni 2026 · 23 Min.
Das sogenannte Stockholm-Syndrom ist keine anerkannte Diagnose, sondern eine mediale und historische Deutung der Geiselnahme von 1973, die eher Opfer stigmatisiert als das Verhalten Betroffener erklärt.
Die Folge zeichnet nach, wie der Banküberfall in Stockholm 1973 und die anschließende medialisierte Deutung zur Entstehung des Begriffs 'Stockholm-Syndrom' führten. Expert:innen erläutern, dass es keine einheitliche psychologische Definition gibt und dass Verhaltensweisen in Extremsituationen vielfältige Überlebensmechanismen sein können. Die Episode kritisiert, wie Außenstehende schnell Deutungshoheit übernehmen und damit Opfer oftmals nachträglich stigmatisieren statt ihre Perspektive anzuerkennen.
Zahlen & Fakten
131 Stunden
Dauer der Geiselnahme in der Bankfiliale
23. August 1973
Datum des Beginns der Geiselnahme
4
Anzahl der Geiseln in der Bankfiliale
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• VideoTagesschau-Beitrag vom 29. August 1973 (Bericht zur Festnahme nach der Geiselnahme)
• BuchIch wurde das Stockholm-Syndrom (im Transkript als Buch von Christine Enmark genannt)
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
LLawina StauberHOST
Autorin des Beitrags, verantwortlich für Recherche und Einordnung des Themas in dieser Radiowissen-Folge.
Alle Auftritte von Lawina Stauber →TTilman Schott-MehringsGAST
Dozent an der Fachhochschule des Bundes und ehemaliger Vollzugsleiter einer JVA; berichtet aus seiner Erfahrung mit Erstsprecher-Training für Geisellagen und erklärt, wie in der Polizeiarbeit von der Stockholmer Geiselnahme gelernt und gelehrt wurde.
Alle Auftritte von Tilman Schott-Mehrings →JJuliane HornungGAST
Historikerin mit Schwerpunkt Medien- und Gewaltgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts; analysiert die historische Wandelbarkeit von Täter-/Opfer-Erzählungen und wie Medienbilder die Deutung von Entführungen prägen.
Alle Auftritte von Juliane Hornung →JJohannes EhrentalGAST
Therapeut, Psychologe und Professor für klinische Psychologie; kommentiert die wissenschaftliche Unsicherheit rund um das 'Stockholm-Syndrom' und betont die Vielfalt individueller Überlebensreaktionen in Extremsituationen.
Alle Auftritte von Johannes Ehrental →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.