Radiowissen – BR
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Mythos Stockholm-Syndrom - Wie ein Banküberfall eine (psychologische) Legende schuf

16. Juni 2026 · 23 Min.

Das sogenannte Stockholm-Syndrom ist keine anerkannte Diagnose, sondern eine mediale und historische Deutung der Geiselnahme von 1973, die eher Opfer stigmatisiert als das Verhalten Betroffener erklärt.

Die Folge zeichnet nach, wie der Banküberfall in Stockholm 1973 und die anschließende medialisierte Deutung zur Entstehung des Begriffs 'Stockholm-Syndrom' führten. Expert:innen erläutern, dass es keine einheitliche psychologische Definition gibt und dass Verhaltensweisen in Extremsituationen vielfältige Überlebensmechanismen sein können. Die Episode kritisiert, wie Außenstehende schnell Deutungshoheit übernehmen und damit Opfer oftmals nachträglich stigmatisieren statt ihre Perspektive anzuerkennen.

Themen & Erkenntnisse

Der Überfall von Stockholm 1973: Ablauf und Eskalation · ab 00:19
Psychologische Einordnung und Debatte um den Begriff · ab 02:21
Nachwirkungen, Opferperspektive und Kritisches Fazit · ab 19:00

Wer spricht

L
Lawina StauberHOST

Autorin des Beitrags, verantwortlich für Recherche und Einordnung des Themas in dieser Radiowissen-Folge.

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T
Tilman Schott-MehringsGAST

Dozent an der Fachhochschule des Bundes und ehemaliger Vollzugsleiter einer JVA; berichtet aus seiner Erfahrung mit Erstsprecher-Training für Geisellagen und erklärt, wie in der Polizeiarbeit von der Stockholmer Geiselnahme gelernt und gelehrt wurde.

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J
Juliane HornungGAST

Historikerin mit Schwerpunkt Medien- und Gewaltgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts; analysiert die historische Wandelbarkeit von Täter-/Opfer-Erzählungen und wie Medienbilder die Deutung von Entführungen prägen.

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J
Johannes EhrentalGAST

Therapeut, Psychologe und Professor für klinische Psychologie; kommentiert die wissenschaftliche Unsicherheit rund um das 'Stockholm-Syndrom' und betont die Vielfalt individueller Überlebensreaktionen in Extremsituationen.

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