Radiowissen – BR
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So ein Depp! Schimpfen, Fluchen und Verwünschen

8. Juni 2026 · 23 Min.

Schimpfen, Fluchen und Verwünschen sind universelle und kulturabhängige Sprechakte, die verletzen können, gleichzeitig aber Stress abbauen, Gemeinschaft stiften und als legitimes Emotionsventil dienen.

Die Folge erklärt, dass Schimpfen und Fluchen weltweit verbreitet und historisch tief verwurzelt sind. Es werden historische Beispiele, sprachwissenschaftliche Befunde und psychologische Experimente vorgestellt, die Funktionen wie Dampfablassen, Schmerzreduktion, Erinnerungswirkung und soziale Bindung belegen. Kulturelle, alters- und geschlechtsbezogene Unterschiede werden diskutiert sowie der Umgang mit besonders verletzenden Begriffen. Das Fazit betont: Schimpfen ist menschlich, lässt sich kaum gänzlich verbieten und kann konstruktiv eingesetzt werden.

Zahlen & Fakten

87 %

Anteil der befragten 6–12-Jährigen, die die Bedeutung der von ihnen gebrauchten Schimpfwörter nicht korrekt zuordnen konnten.

4.000–6.000 Jahre

Alter der ältesten schriftlichen Tontafeln mit Fluchtexten (sumerische Belege).

70

Anzahl der Probanden in der Studie von Eric Rassat und Simone van der Heiden zur Wirkung von Kraftausdrücken auf Glaubwürdigkeitsurteile (fiktive Aussagen).

Weitere 3 Zahlen & Fakten anzeigen

67

Anzahl der Studierenden in Richard Stevens' Eiswasser‑Experiment zur Untersuchung von Fluchen und Schmerztoleranz.

40 Sekunden

Durchschnittlich längere Durchhaltezeit beim Eiswasserexperiment, wenn vulgäre statt neutrale Wörter verwendet wurden.

2. November 2020

Datum des Wiener Terroranschlags, auf dessen Reaktion (Ausruf als Ausdruck des Widerstands) in der Folge Bezug genommen wird.

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Einführung und historische Perspektiven · ab 00:21
Funktionen, Effekte und psychologische Befunde · ab 09:20
Kulturelle, demografische Unterschiede und Umgangsempfehlungen · ab 13:17

Quellen

Buch»Nur ein Depp würde dieses Buch nicht kaufen« (Buch von Oksana Havriliv) – Monographie über Schimpfen, Fluchen und Verwünschen

StudieStudie von Kevin Labar (Duke University) und Elizabeth Phelps (Harvard University) zur erhöhten Erinnerung und Erregung durch Schimpfwörter (im Beitrag erwähnt)

StudieStudie von Richard Stevens (Kiel University in Staffordshire) zum Einfluss vulgärer Wörter auf Schmerztoleranz beim Eiswasser‑Experiment (im Beitrag genannt)

Weitere 1 Quelle anzeigen

Wanderausstellung »Potzblitz vom Fluch des Pharao bis zur Hate Speech« kuratiert von Dr. Rolf Bernhard Essig (im Beitrag genannt)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

S
Silke WolfrumHOST

Moderatorin und Autorin der Radio‑Wissen‑Folge; führt durch die Episode, stellt historische Beispiele, Studien und Expert:innen vor und fasst Ergebnisse zusammen.

Alle Auftritte von Silke Wolfrum
D
Dr. Rolf Bernhard EssigGAST

Rolf Bernhard Essig ist promovierter Literaturwissenschaftler aus Bamberg, der seit Jahrzehnten Sprichwörter erforscht; im Transcript heißt es, er hat bereits 14 Bücher zu Sprichwörtern und Redewendungen veröffentlicht und erklärt Herkunft und kulturgeschichtliche Bedeutung vieler Redensarten.

Alle Auftritte von Dr. Rolf Bernhard Essig
O
Oksana HavrilivGAST

Ukrainische Sprachwissenschaftlerin an der Universität Wien; forscht zu Fluch‑ und Schimpfwörtern und Autorin des im Beitrag genannten Buches über Schimpfen, Fluchen und Verwünschen.

Alle Auftritte von Oksana Havriliv

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