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Verschickte Kinder - Kinderkuren in der DDR (2/2)

25. Juni 2026 · 23 Min.

Die staatlich organisierten Kinderkuren in der DDR betrafen Millionen Kinder und waren häufig von kollektivierender Erziehung, rigiden Abläufen, Zwang und teils physischer und psychischer Gewalt geprägt; sie sind bislang kaum systematisch aufgearbeitet.

Der Beitrag dokumentiert persönliche Erfahrungsberichte von Betroffenen wie Yvonne Margraf und Nicole Fischer, die von Entwurzelung, Essens- und Toilettenzwang sowie traumatischen Folgen berichten. Historische Einordnung liefert Julia Tottmann: Das Kurwesen war staatlich zentralisiert, medizinisch verankert und zugleich pädagogisch ideologisch geprägt. Maria Birnstiel fasst Forschungsergebnisse zusammen: Zwang, Strafen und Personalmangel führten zu langfristigen psychischen Belastungen, während Akten und systematische Aufarbeitung weitgehend fehlen.

Zahlen & Fakten

2,6 Millionen

Anzahl der Kurdurchgänge in der DDR zwischen 1951 und 1989

1951–1989

Zeitraum, in dem das staatliche Kinderkurwesen in der DDR stattfand (im Beitrag genannt)

ein bis drei Prozent

Anteil der Kinder, die jährlich zur Kur geschickt wurden

Weitere 1 Zahl & Fakten anzeigen

Vier bis sechs Wochen

Dauer eines typischen Kurdurchgangs, während dessen Kinder von zu Hause getrennt waren

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Persönliche Erfahrungsberichte und Alltag in den Kurheimen · ab 00:17
Institutioneller Rahmen, Ziele und pädagogische Praxis · ab 02:28
Folgen für Betroffene und fehlende wissenschaftliche Aufarbeitung · ab 18:35

Quellen

StudieUntersuchung der Humboldt-Universität zu Berlin (2025) zur Aufarbeitung der Kinderverschickungen in der BRD

StudieMasterarbeit von Maria Birnstiel (Erziehungswissenschaften; Thema: Kinderkuren in den 1980er Jahren in der DDR)

StudieMasterarbeit von Julia Tottmann (Forschung zum staatlichen Kinderkurwesen der DDR, basierend auf zahlreichen Zeitzeugenbefragungen)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

E
Eva DeinertHOST

Journalistin und Produzentin des Beitrags; recherchierte die Kinderkuren in der DDR und führt durch die Episode, stellt Zusammenhänge her und ordnet Aussagen von Zeitzeugen und Forschenden ein.

Alle Auftritte von Eva Deinert
Y
Yvonne MargrafGAST

Zeitzeugin, die als fünfjährige nach Schmalkalden/Thüringen (abgegeben am Bahnhof Torbau) zur Kur geschickt wurde; berichtet im Beitrag von Entwurzelung, strikten Heimbedingungen und langanhaltenden psychischen Folgen.

Alle Auftritte von Yvonne Margraf
N
Nicole FischerGAST

Zeitzeugin aus Zwickau (Bezirk Karl-Marx-Stadt), die im Alter von vier Jahren zur Kur geschickt wurde; schildert Erfahrungen wie heimliches Weglaufen, Scham, später auftretende Angst- und Schlafstörungen und therapeutische Auseinandersetzung mit der Kindheit.

Alle Auftritte von Nicole Fischer
J
Julia TottmannGAST

Historikerin, eine der wenigen Forschenden zum staatlichen Kinderkurwesen der DDR; führte zahlreiche Interviews mit ehemaligen Kurkindern durch und ordnet die Institutionen, Aktenlage und ideologische Einbettung des Kurwesens historisch ein.

Alle Auftritte von Julia Tottmann
M
Maria BirnstielGAST

Kinder- und Jugendpsychotherapeutin in Ausbildung; untersuchte in ihrer Masterarbeit die Kinderkuren der 1980er Jahre in der DDR und fasst in der Folge psychologische Befunde zusammen, etwa zu kollektivistischer Erziehung, Zwangsmaßnahmen und langfristigen Traumafolgen.

Alle Auftritte von Maria Birnstiel

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.