Starbucks verlagert über eine Schweizer Trading‑Tochter erhebliche Gewinne in ein Niedrigsteuergebiet, während Kaffeebauern kaum vom hohen Kaffeepreis profitieren.
Die Folge dokumentiert vor Ort in Kolumbien prekäre Arbeits‑ und Einkommensverhältnisse bei Kaffeebauern und zeigt, wie Starbucks einen konzerninternen Transithandel über die Schweiz nutzt, um Gewinne zu verschieben. Untersuchungen und die Europäische Kommission kritisieren überhöhte Margen der Schweizer Tochter; lokale Nachhaltigkeitsprogramme erreichen laut Recherche kaum direkte Lohnverbesserungen. Im internationalen Kontext werden Reformen gefordert, damit Gewinne dort besteuert werden, wo wirtschaftliche Aktivität stattfindet.
Zahlen & Fakten
3 %
Geschätzte branchenübliche Marge der Starbucks‑Trading‑Tochter im Jahr 2010.
18 %
Angegebene Marge der Schweizer Trading‑Tochter bereits 2011; von der Europäischen Kommission als überhöht kritisiert.
mindestens 1,3 Milliarden US-Dollar
Laut Studie werden in den letzten zehn Jahren mindestens so viel Gewinne durch das Starbucks‑Modell in die Schweiz verlagert.
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14,7 Prozent
Genannter effektiver Gewinnsteuersatz für Unternehmen im Schweizer Kanton (Wart) laut der Folge.
20 bis 25 Prozent
Genannter globaler Durchschnitt bei Gewinnsteuersätzen (als Vergleich zur Schweiz).
80 Prozent
Anteil der Kaffeeproduktion in Kolumbien, der in der informellen Wirtschaft stattfindet (Internationale Arbeitsorganisation).
0,5 bis 1 Prozent
Anteil der Einkaufskosten, den Starbucks laut Analyse 2011–2014 für Café Practices und Pharma‑Support‑Center aufgewendet haben soll.
rund 5 Millionen US-Dollar pro Jahr
Geschätzte weltweite Betriebskosten der Pharma‑Support‑Centers laut Schätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Daten (Januar 2026‑Analyse).
40 Prozent
Geschätzter Anteil der Gewinne multinationaler Konzerne, der weltweit jährlich in Steueroasen verschoben wird (Projekt Missing Profits, 2018).
39 Prozent
Anteil der Schweizer Unternehmenssteuereinnahmen, der laut Missing Profits auf verschobene Gewinne multinationaler Konzerne entfällt.
112 Milliarden US-Dollar
Geschätzte Summe an Gewinnen, die jährlich aus Hochsteuerländern in die Schweiz verschoben werden (Missing Profits‑Projekt).
8,9 Milliarden US-Dollar
Geschätzte zusätzlichen Steuereinnahmen für die Schweiz durch verschobene Gewinne (Angabe im Missing Profits‑Projekt).
22,7 Milliarden US-Dollar
Genannte Schätzung der Schweizer Unternehmenssteuereinnahmen, zu deren Anteil die verschobenen Gewinne beitragen.
5,20 Franken
Preis eines Kaffeecreme bei Starbucks in der Schweiz (Vergleich: Schweizer Durchschnitt 4,65 Franken).
4,65 Franken
Durchschnittspreis für einen Kaffee in der Schweiz (als Vergleich genannt).
~10 Franken
Preis für Spezialitätenkaffees wie Caramel Macchiato bei Starbucks in der Schweiz.
91 Franken pro Woche
Einkommen des Verwalters Jaime González (Familieneinkommen auf der Finca), ohne Versicherung oder Pension.
255.250 kolumbianische Pesos / 53 Schweizer Franken
Preisangabe für eine Ladung à 12,5 Kilogramm Kaffee (Ende Januar 2026) auf einer Tafelausweisung in der Kooperative.
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• Studie"Starbucks Schweizer Modell, fairer Handel oder globale Steuervermeidung" (Studie, ZICTA, März 2025)
• StudieStudie von ZICTA (Januar 2026) zur Bewertung der Kosten und Funktionen der Pharma‑Support‑Centers
• RechtEuropäische Kommission (Beihilfeverfahren zu Starbucks; Feststellung 2015)
Weitere 1 Quelle anzeigenWeniger anzeigen
• StudieMissing Profits (Projekt der University of California, Berkeley und der Universität Kopenhagen, 2018)
Wer spricht
KKarin WengerHOST
Karin Wenger, Journalistin und Autorin des Beitrags «Starbucks’ Schweizer Steuertrick» für Republik «Vorgelesen». Ihr recherchierter Beitrag schildert Arbeits‑ und Einkommensverhältnisse kolumbianischer Kaffeebauern, analysiert das Handels‑ und Steuermodell von Starbucks und umfasst Interviews und Feldrecherche vor Ort.
Alle Auftritte von Karin Wenger →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
