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Sternengeschichten Folge 702: Der Forbush-Effekt

8. Mai 2026 · 13 Min.

Die Sonne kann durch koronale Massenauswürfe galaktische kosmische Strahlung abschirmen – ein Phänomen, das Scott Forbush 1937 entdeckte und das zeigt, wie dynamisch die Heliosphäre ist.

Die Folge erklärt den sogenannten Forbush-Effekt: ein kurzfristiger Rückgang der galaktischen kosmischen Strahlung, der auftritt, wenn die Sonne bei heftigen Eruptionen (koronale Massenauswürfe) große Mengen an geladenen Teilchen ins All schleudert. Diese Plasmawolke wirkt wie ein Schutzschild und blockiert andere hochenergetische Teilchen. Der amerikanische Physiker Scott Forbush beobachtete dieses Phänomen 1937 erstmals und erkannte, dass es überall auf der Erde messbar ist. Der Effekt demonstriert, wie die Sonne das gesamte Sonnensystem dynamisch beeinflusst.

Zahlen & Fakten

4%

Intensitätsrückgang der kosmischen Strahlung während des magnetischen Sturms im April 1937, den Scott Forbush beobachtete

10–20%

Möglicher Strahlungsrückgang in besonderen Fällen bei großen Sonneneruptionen

4%

Abnahme der kosmischen Strahlung während des magnetischen Sturms im April 1937, wie von Scott Forbush gemessen

Weitere 6 Zahlen & Fakten anzeigen

1912

Jahr der Entdeckung der kosmischen Strahlung durch den österreichischen Physiker Viktor Franz Hess

25.–30. April 1937

Zeitraum des magnetischen Sturms, während dessen Forbush die ersten Messungen des Forbush-Effekts durchführte

1937

Jahr, in dem Scott Forbush die erste Publikation über den Forbush-Effekt veröffentlichte

1912

Entdeckungsjahr der kosmischen Strahlung durch den österreichischen Physiker Viktor Franz Hess

einige Prozent

Typischer Rückgang der kosmischen Strahlung bei einem Forbush-Ereignis

hundertmal

Faktor, um den die Grenze der Heliosphäre weiter von der Sonne entfernt liegt als die Erde

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Kosmische Strahlung: Quellen und Gefährlichkeit · ab 01:13: Kosmische Strahlung besteht aus hochenergetischen Teilchen von der Sonne und aus dem All. Sie ist gefährlich, wird aber durch die Erdatmosphäre gebremst, die sekundäre Strahlung ist für Menschen weitgehend ungefährlich.
Scott Forbush und die Entdeckung des Forbush-Effekts · ab 05:49: Scott Forbush beobachtete 1937, dass die kosmische Strahlung während magnetischer Stürme um 4% abnahm. Er erkannte den Zusammenhang zwischen Sonneneruptionen und verringerter galaktischer Strahlung.
Der Forbush-Effekt: Schutzschild der Sonne und kosmische Auswirkungen · ab 08:01: Koronale Massenauswürfe erzeugen eine Schutzwolke aus geladenen Teilchen, die die galaktische kosmische Strahlung für Tage blockiert. Dieser Effekt wurde auch auf dem Mars und weit im äußeren Sonnensystem gemessen.

Quellen

ArtikelÜber die Effekte in der Intensität der kosmischen Strahlung, die während des jüngsten magnetischen Sturms beobachtet wurden

ArtikelLängere Arbeit aus dem Jahr 1938 über magnetische Stürme und kosmische Strahlung

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

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Florian FreistetterHOST

Österreichischer Astronom und Wissenschaftskommunikator, Host des Podcasts Sternengeschichten. Er betreibt regelmäßig Live-Veranstaltungen und Buchprojekte, darunter die Sternengeschichten-Live-Tour, und arbeitet an weiteren Podcasts wie Das Universum und Das Klima. Arbeitet auch mit den Science Busters zusammen und hat jahrelange Erfahrung in der öffentlichen Vermittlung astronomischer und wissenschaftlicher Inhalte.

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