Gerhard Schröder verknüpft Bundeswehreinsatz in Afghanistan mit Vertrauensfrage | 6.11.2001
7. September 2026 · 6 Min.
Die Bundesregierung geriet im November 2001 wegen der Entscheidung über eine mögliche Beteiligung deutscher Soldaten an US-geführten Militäroperationen in Afghanistan in eine Regierungskrise.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 forderten die USA internationale Unterstützung; die Bitte um deutsche Truppen führte zur Zerreißprobe der rot-grünen Koalition. Bundeskanzler Gerhard Schröder betonte Solidarität und band die Zustimmung an eine Vertrauensfrage. Parlamentarisch fiel zunächst eine knappe Mehrheit, später stimmte der Bundestag auch einer ISAF-Beteiligung zu.
Zahlen & Fakten
3.900 Soldaten
Anforderung der US-Regierung an die Bundeswehr: Gesamtsumme von bis zu 3.900 Soldaten zur Unterstützung in und um Afghanistan.
800 Soldaten
Anforderung für Einheiten zur Erkennung atomarer, biologischer und chemischer Kampfstoffe: bis zu 800 Soldaten mit Fuchsspürpanzern.
250 Soldaten
Anforderung für Evakuierungs- und Verwundetenversorgungs-Einheiten: etwa 250 Soldaten.
Weitere 6 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
100 Mann
Anforderung für Spezialkräfte in der Größenordnung von etwa 100 Mann.
500 Soldaten
Anforderung für Lufttransportkräfte zum Transport von Personal und Material: bis zu 500 Soldaten.
1.800 Mann
Anforderung für Seestreitkräfte zur Sicherung von Tankern und Kontrolle des Schiffsverkehrs: in der Größenordnung von 1.800 Mann.
6. November 2001
Datum, an dem die Bitte der US-Regierung öffentlich gemacht und die politische Debatte in Deutschland entbrannte.
16. November 2001
Datum der knappen Parlamentsmehrheit für die Regierung nach der Vertrauensfrage.
22. Dezember 2001
Datum des Bundestagsbeschlusses zur Beteiligung deutscher Truppen an der UN-ISAF-Friedensmission in Afghanistan.
Rubriken
Organisationen
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• RedeAussage von Hans-Jochen Vogel im Deutschlandfunk: Einschätzung, es handele sich um die "schwierigste Entscheidung seit Gründung der Bundesrepublik"
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
GGerhard SchröderGAST
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) der rot-grünen Regierung; im Beitrag macht er die Bitte der US-Regierung öffentlich, betont Deutschlands Solidarität mit den USA und verbindet die Zustimmung zur Bundeswehreinsatzfrage mit einer Vertrauensfrage im Parlament.
Alle Auftritte von Gerhard Schröder →AAngelika BärGAST
Angelika Bär, Verteidigungsexpertin der Grünen; im Beitrag äußert sie grundsätzliche Vorbehalte gegen einen Militäreinsatz der Bundeswehr und beschreibt die innerparteilichen Debatten über mögliche Bombardierungs- und Einsatzoptionen.
Alle Auftritte von Angelika Bär →AAngela MerkelGAST
CDU-Chefin Angela Merkel; im Beitrag bekräftigt sie die uneingeschränkte Solidarität Deutschlands mit den USA und erklärt, dass schwierige parlamentarische Beschlüsse mitgetragen werden müssten.
Alle Auftritte von Angela Merkel →HHans-Jochen VogelGAST
Der ehemalige SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel; im Beitrag im Deutschlandfunk bezeichnet er die Entscheidung als besonders schwierig, hält aber eine Beteiligung der Bundeswehr für notwendig, um weitere Angriffe zu verhindern.
Alle Auftritte von Hans-Jochen Vogel →KKlaus ReinhardtGAST
Ehemaliger General und KV-Kommandant Klaus Reinhardt; im Beitrag warnt er vor den praktischen und strukturellen Grenzen der Bundeswehr für Einsätze auf fremdem Territorium, betont fehlende Ausbildung, Ausrüstung und die andere Dimension gegenüber Friedensmissionen.
Alle Auftritte von Klaus Reinhardt →BBritta GeldschlägerGAST
Britta Geldschläger, namentlich auftretende Stimme im Beitrag; sie führt den 'militärischen Wunschzettel' der USA auf und nennt die angefragten Kontingente und Einsatzaufgaben (ABC-Erkennung, Evakuierung, Spezialkräfte, Lufttransport, Seestreitkräfte).
Alle Auftritte von Britta Geldschläger →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Ähnliche Folgen
Streitkräfte und Strategien · 8. Sept. 2026
Wie 9/11 die Bundeswehr verändert hat
Neue Recherchen zeigen, dass deutsche Spezialkräfte bereits im November 2001 heimlich in Südafghanistan vorgingen, noch bevor das Bundestagsmandat beschlossen wurde.

Apokalypse & Filterkaffee · 6. Sept. 2026
Heimspiel: Der 6.000-Milliarden Dollar Krieg (mit Artur Landwehr)
Arthur Landwehr erklärt, wie 9/11, die nachfolgenden Kriege und die US-Politik die Vereinigten Staaten tief gespalten und enorme Kosten verursacht haben.
NZZ Geopolitik · 9. Sept. 2026
9/11: Die eigentliche Tragödie begann danach – mit dem «War on Terror»
Peter Neumann: Die militärische US‑Reaktion auf 9/11 – insbesondere die Ausweitung zum Irakkrieg und die Methoden des «War on Terror» – war ein strategischer Fehler, der Instabilität schuf, Amerikas Glaubwürdigkeit beschädigte und geopolitische Ressourcen von anderen Herausforderungen ablenkte.
SWR2 Archivradio · 7. Sept. 2026
Afghanistan-Krieg beginnt: Angriffe von USA und Großbritannien | 7.10.2001
Die USA und Großbritannien starteten am 7. Oktober 2001 Luftangriffe auf Afghanistan; westliche Staatschefs äußerten Unterstützung, während Osama Bin Laden in einer Videoansprache mit weiteren Anschlägen drohte.
SWR2 Archivradio · 6. Sept. 2026
George W. Bush kündigt Angriffe in Afghanistan an | 20.9.2001 9/11
Die US-Regierung unter George W. Bush kündigt nach den Anschlägen vom 11. September militärische Vergeltung an und fordert von den Taliban die Auslieferung von Osama Bin Laden; Staaten, die Terroristen unterstützen, würden als feindlich betrachtet.
Presseschau · 8. Sept. 2026
08. September 2026 - Die internationale Presseschau
Die Folge kommentiert den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt, die feierliche Beisetzung des bosnisch‑serbischen Kriegsverbrechers und die Risiken hoher Staatsverschuldung in westlichen Ländern.