Kanzlertausch 1966 – Kiesinger dementiert Ambitionen auf Erhard-Nachfolge | 4.11.1966
1. Juni 2026 · 6 Min.
Die Regierungskrise von 1966 führte zum Kanzlerwechsel: Kurt Georg Kiesinger dementierte öffentlich seine Ambitionen auf das Amt, wurde aber kurz darauf zum Kanzlerkandidaten der CDU gewählt und bildete die erste Große Koalition mit der SPD.
Im Herbst 1966 geriet Bundeskanzler Ludwig Erhard in eine schwere Regierungskrise: Um ein Haushaltsloch zu stopfen, wollte er Steuern erhöhen, doch sein Koalitionspartner FDP lehnte ab und vier FDP-Minister traten am 27. Oktober zurück. Mit dem Verlust der Regierungsmehrheit wurde offen über Erhards Nachfolger spekuliert. Kurt Georg Kiesinger, badenwürttembergischer Ministerpräsident, versuchte in einer Pressekonferenz am 4. November, sich selbst aus dem Rennen zu nehmen und dementierte jegliche Ambitionen auf das Kanzleramt. Eine Woche später wählte die CDU ihn trotzdem zum Kanzlerkandidaten. Nach gescheiterten Verhandlungen mit der FDP verhandelte Kiesinger erfolgreich mit der SPD unter Willy Brandt und bildete am 1. Dezember 1966 die erste Große Koalition der Bundesrepublik.
Zahlen & Fakten
27. Oktober 1966
Datum des Rücktritts der vier FDP-Minister
4. November 1966
Datum von Kiesingers Pressekonferenz, in der er seine Ambitionen dementiert
10. November 1966
Datum der Wahl Kiesingers zum Kanzlerkandidaten der CDU
Weitere 1 Zahl & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
1. Dezember 1966
Datum von Kiesingers Wahl zum Bundeskanzler
Rubriken
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• ArtikelDer Spiegel – Berichterstattung über mögliche Absprachen zwischen Kiesinger und Gerstenmayer
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