{ungeskriptet} - Der Meinungsfreiheit verpflichtet.
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#312 - Ex-BILD-Chef zerlegt meine größte Überzeugung

11. Juli 2026 · 3 Std. 24 Min.

Journalismus ist keine Neutralität, sondern Annäherung an die Wahrheit aus einer unvermeidbar perspektivierten Position heraus – und wer mit großer Medienreichweite Macht ausübt, trägt entsprechende Verantwortung für die Folgen seiner Berichterstattung.

Kai Diekmann, 16 Jahre Chefredakteur der BILD-Zeitung, diskutiert mit Ben sein Verständnis von Journalismus, Machtausübung und Meinungsfreiheit. Er widerlegt die Illusion journalistischer Neutralität, beschreibt die Gatekeeper-Rolle klassischer Medien, reflektiert seine persönliche Beziehung zu Bundeskanzler Helmut Kohl und erklärt, wie die Wulff-Affäre ablief. Zentral sind Fragen nach redaktioneller Verantwortung, die Balance zwischen investigativem Journalismus und Machtmissbrauch, sowie die Erkenntnis, dass Geschichte von Entscheidungsträgern gemacht wird.

Zahlen & Fakten

80 Millionen

Anzahl der Twitter-Follower von Donald Trump am Ende seiner Amtszeit

280

Anzahl von Diekmanns gesammelten Redemanuskripten, die er ins Haus der Geschichte übergibt

16

Jahre, die Kai Diekmann als Chefredakteur der BILD-Zeitung tätig war

Weitere 7 Zahlen & Fakten anzeigen

20

Jahre, seit denen Diekmann Redemanuskripte sammelt

35.000

Auflage von Diekmanns Schülerzeitung in Bielefeld

26 Wochen

Dauer, die Diekmanns Buch zur Wiedervereinigung mit Helmut Kohl in den Spiegel-Bestsellerlisten vertreten war

Platz 2

Position des Kohl-Wiedervereinigungsbuchs in der Spiegel-Bestsellerliste (nur hinter Martin Goldhagen)

100.000

Auflage des Kohl-Wiedervereinigungsbuchs

4,5 Minuten

Länge der Mailbox-Nachricht, die Christian Wulff auf Kai Diekmanns Anrufbeantworter hinterließ

6 Jahre

Zeit, die Diekmann brauchte, um sein erstes Interview mit US-Präsident George W. Bush zu arrangieren

Themen & Erkenntnisse

Redemanuskripte und die Kunst der Rede · ab 02:13: Diekmann sammelt seit 20 Jahren handschriftliche Redemanuskripte prominenter Redner – eine Sammlung von über 280 Stücken mit Blick hinter die Kulissen.
Medienkonsum im digitalen Zeitalter und die Rolle von Newslettern · ab 08:57: Diekmann konsumiert Nachrichten primär über kuratierte Newsletter statt massenmedial; ein Filter gegen Überfülle und Algorithmen.
Neutralität gibt es nicht – Journalismus als Annäherung an Wahrheit · ab 18:08: Diekmann dekonstruiert das Mythos journalistischer Neutralität: Es gibt nur perspektivierte Berichterstattung und die Annäherung an Wahrheit aus bestimmten Positionen.
Gatekeeper, Social Media und Trumps Machtinstrument · ab 30:15: Klassische Medien waren Gatekeeper; Trump nutzte Twitter als Bypass und bewies so die Macht direkter Kommunikation gegen etablierte Medien.
Axel Springer-Leitlinien, Blattlinie und Tendenzschutz · ab 43:11: Springer-Verlag hatte klare Leitlinien (Wiedervereinigung, Israels Existenzrecht, Extremismusablehnung) – aus historischen Erfahrungen, nicht aus Zensur.
Gewalt und Drohungen gegen den Chefredakteur · ab 01:08:09: Diekmann erlitt physische Anschläge (brennendes Auto, Farbanschläge, Drohungen), akzeptierte dies als Konsequenz der »lautesten Trompete«.
Weg zu Springer: Schülerzeitung, Bundeswehr, Volontariat · ab 01:31:24: Von der Schülerzeitung mit 35.000 Auflage über Bundeswehr-Pressestelle bis zum Springer-Volontariat mit Auslandsstationen – Diekmanns unkonventionelle Karriere.
Helmut Kohl: Vertrauen, Nähe und die Wiedervereinigung · ab 01:51:51: Kohl und Diekmann entwickelten Freundschaft basierend auf gegenseitigem Vertrauen, insbesondere während Reisen und beim Buch über die Wiedervereinigung.
Die Wulff-Affäre: Mailbox, Recherche und Verantwortung · ab 02:29:07: Diekmann recherchierte Wulffs Hausfinanzierung, erhielt Drohungen via Mailbox, entschied gegen Veröffentlichung nach Entschuldigung – ethisches Dilemma.
Das Leben nach BILD und die Macht von Medienmarken · ab 02:44:04: Diekmann verließ BILD 2017, reflektiert über die »Gabe« dieser Marke – Zugang zu Putin, Bush, Kohl, Dalai Lama – und die Größe ihrer Verantwortung.

Quellen

BuchKohl-Buch zur Wiedervereinigung (1996) – geschrieben von Kai Diekmann und Ralf-Girch Reuth mit Zugang zu 30-Jahre-gesperrten Protokollen zwischen Kohl, Gorbatschow, Bush Senior und anderen

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.