Wohlstand für Alle
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Ep. 359: Die Wegzugsteuer – Enteignung durch die Hintertür?

24. Juni 2026 · 29 Min.

Die Wegzugsteuer verpflichtet im Falle eines dauerhaften Wohnsitzwechsels Steuerpflichtige, auf fiktive Wertzuwächse von Unternehmensanteilen Steuern zu zahlen; sie soll Steuerflucht verhindern, wurde historisch mehrfach reformiert und bietet sowohl Instrumente zur Bindung von Kapital als auch klare Grenzen für Steuerpolitik.

In der Folge diskutieren die Hosts die Funktionsweise, Geschichte und politische Einordnung der Wegzugsteuer. Sie erklären historische Vorläufer (1918, Reichsfluchtsteuer 1931), die Einführung des Außensteuergesetzes 1972 und den berühmten Fall Helmut Horten als Anlass für Reformen. Zudem erläutern sie jüngere Verschärfungen (z.B. 2022/2025), praktische Wirkungen auf vermögende Personen und Grenzen dieses Instruments gegenüber mobilem Kapital. Abschließend wägen sie ab, ob die Steuer als "kalte Enteignung" zu verstehen ist oder als legitimes Mittel gegen Steuervermeidung.

Zahlen & Fakten

25%

Anteil (ein Viertel) des Vermögens als ursprüngliche Reichsfluchtsteuerforderung

~500.000 €

Ungefährer heutiger Kaufkraft‑Gegenwert der 20.000 Reichsmark Jahreseinkommen

1%

Schwellenanteil: bereits ab 1% Anteilsbesitz an Kapitalgesellschaften greift die Wegzugsteuerregelung

Weitere 8 Zahlen & Fakten anzeigen

500000 €

Schwelle für Investmentanteile/ETFs, ab der seit 2025 Wegzugsbesteuerung greifen kann

200000 RM

Vermögensgrenze (Reichsmark) für Betroffene der frühen Reichsfluchtsteuer

20000 RM

Einkommensgrenze (Reichsmark) für Betroffene der frühen Reichsfluchtsteuer

1972

Jahr der Einführung des Außensteuergesetzes (moderne Wegzugsteuer)

1931

Einführung der Reichsfluchtsteuer (historischer Gesetzesfall)

1918

Erwähnung eines frühen Gesetzes gegen Steuerflucht kurz nach Erstem Weltkrieg

7 Jahre

Frist/Ratenregelung bei Steuerstundung bzw. Rückkehrbedingung nach den Novellen ab 2022

3 Jahre

Frühere Schonfrist für Rückkehr/straffreie Rückführung (historisch erwähnt)

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Einstieg: Debatte um Kapitalmobilität und Einführung in die Wegzugsteuer · ab 00:13: Einführung in die Debatte: Wegzugsteuer als Antwort auf angebliche Kapitalflucht und erste Funktionsbeschreibung.
Historische Entstehung und Beispiele (Reichsfluchtsteuer, Horten-Fall, Außensteuergesetz) · ab 04:53: Historische Entwicklung von 1918 über 1931 zur Gesetzesreform 1972 und der Bedeutung des Horten‑Falls.
Aktuelle Regelungen, Reformen und politische Einordnung · ab 20:32: Analyse jüngster Verschärfungen (2022/2025), praktische Effekte und Abwägung: Schutz gegen Steuerflucht vs. Grenzen staatlicher Steuerpolitik.

Quellen

BuchMarc Buggeln: Das Versprechen der Gleichheit. Steuern und soziale Ungleichheit in Deutschland von 1871 bis heute (Suhrkamp)

RechtBundesregierung: Außensteuergesetz (Gesetzentwurf der Bundesregierung)

ArtikelSven‑Felix Kellerhoff: „So unselig ist die Tradition der Auswanderungsabgabe“ (Artikel in Die Welt, historischer Beitrag zur Reichsfluchtsteuer)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

O
Ole NymonHOST

Co-Host des Podcasts „Wohlstand für alle“. In der Episode führt er durch die Debatte um Enteignung und Verstaatlichung, analysiert bundespolitische Beschlüsse und diskutiert rechtliche sowie historische Kontexte ökonomischer Eingriffe des Staates.

Alle Auftritte von Ole Nymon
W
Wolfgang M. SchmidtHOST

Teilnehmerin der Technoparty; beschreibt das Erlebnis, vor dem Altar zu tanzen und die besondere Atmosphäre im Kirchenraum.

Alle Auftritte von Wolfgang M. Schmidt

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