Martin Groß zeigt, dass viele Wähler formelle Koalitionen mit der AfD ablehnen, aber teilweise stillschweigende Zustimmung zu Gesetzesvorhaben akzeptieren — das ist das zentrale ‚Dilemma der Brandmauer‘.
Der Politikwissenschaftler Martin Groß erläutert Ergebnisse seiner Studie „The Cordon Dilemma“ (Mai 2026): Er untersuchte mithilfe repräsentativer Umfragen vor den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen, wie Wähler Kooperationen mit der extremen Rechten bewerten. Zentrale Befunde sind: formelle Koalitionen werden überwiegend abgelehnt, zugleich gibt es Akzeptanz für indirekte Mehrheiten oder Zustimmung zu inhaltlich passenden Gesetzesvorhaben, besonders bei restriktiven Migrationsbefürwortern. Die Ergebnisse zeigen regionale Unterschiede (West vs. Ost) und führen zu einer normativen Debatte über flexible Mehrheiten, Minderheitsregierungen und Reformen zur Stärkung kommunaler Politik.
Themen & Erkenntnisse
Wer spricht
MMartin GroßGAST
Politikwissenschaftler an der Uni München. Er ist Erstautor der Studie „The Cordon Dilemma“ (Mai 2026) und erläutert hier Ergebnisse aus repräsentativen Umfragen und Choice‑Experiments vor den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen, die zeigen, wie Wähler Kooperationen mit der AfD bewerten und welche institutionellen Reformen diskutiert werden.
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