Das russische Zarenreich wuchs aus dem Moskauer Großfürstentum durch zentrale Herrschaftsbildung, Expansion und Elitekooptation – zerbrach aber unter den sozialen Spannungen der Modernisierung und den Belastungen des Ersten Weltkriegs.
Die Folge zeichnet nach, wie aus einem kleineren Moskauer Fürstentum seit dem 16. Jahrhundert ein Vielvölkerimperium wurde: Legitimationswechsel vom mongolischen Vasallentum zur byzantinischen Tradition, Zentralisierung unter Ivan IV. und die Entstehung eines Dienstadels prägten die Innenpolitik. Expansion nach Sibirien und ins Kaukasus wurde durch Elitekooptation und Infrastrukturpolitik (später etwa Transsibirische Eisenbahn) verwaltet. Peter der Große importierte europäische Institutionen, gleichzeitig blieb die Leibeigenschaft lange bestehen. Reformen des 19. Jahrhunderts, die wachsende Industrialisierung und der Erste Weltkrieg führten zur finalen Erschütterung des Imperiums und seinem Zusammenbruch 1917.
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PProf. Dr. BarbarowskiGAST
Prof. Dr. Barbarowski (Gast der Folge) ist Historiker an der Humboldt-Universität und Experte für die Geschichte des Zarenreichs sowie des 20. Jahrhunderts. Im Gespräch erläutert er Machtstrukturen, Reformprozesse und die imperiale Expansion und verweist zudem auf sein Buch 'Der Sterbliche Gott' über Macht und Herrschaft im Zarenreich.
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