Irankrieg: Ökologische Folgen im Persischen Golf
4. September 2026 · 4 Min.
Der Krieg im Persischen Golf hat zu einer starken Zunahme von Ölverschmutzungen geführt, die sensible Küsten- und Meeresökosysteme bedrohen und deren Beseitigung durch andauernde Kampfhandlungen erschwert wird.
Satellitenaufnahmen zeigen seit Beginn der Kampfhandlungen deutlich mehr und größere Ölteppiche im Persischen Golf und im Arabischen Meer; eine Analyse verglich Februar–März 2026 mit demselben Zeitraum 2025 und fand eine etwa viermal größere Verschmutzungsfläche. Lecks und beschädigte Schiffe führen zu großflächigen Ölfilmen, die Mangrovenwälder, Korallenriffe, Seegraswiesen und Fischgründe erreichen. Beim natürlichen Abbau sinkender Ölpartikel wird Sauerstoff verbraucht, was in sauerstoffarmen Tiefen zu zusätzlicher Hypoxie führen kann. Die Kombination aus häufigeren Unfällen, kumulativen kleineren Verschmutzungen und erschwerter Überwachung/Bekämpfung im Kriegsumfeld gefährdet auch Meerwasserentsalzungsanlagen und die Lebensgrundlagen der Küstengemeinden.
Zahlen & Fakten
2000 Quadratkilometer
Ausgebreitete Fläche des Ölteppichs vor Oman nach dem Auflaufen des Tankers Caroline-Besengi.
4‑mal
Fläche der per Satellit registrierten Ölverschmutzungen im Persischen Golf und Arabischen Meer im Februar–März 2026 verglichen mit Februar–März 2025 laut Analyse der University of South Florida.
50–1000 Meter
Wassertiefen, in denen Regionen sehr wenig bis gar keinen Sauerstoff aufweisen; dort kann bakterieller Abbau von Öl den Sauerstoff weiter vermindern.
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• StudieAnalyse von Forschern der University of South Florida (Vergleich der Zahl und Fläche von Ölverschmutzungen Februar–März 2026 vs. Februar–März 2025)
• RedeÄußerung von Markus Dengler, Alfred-Wegener-Institut, zur Verbrauchswirkung bakteriellen Ölabbaus auf den Sauerstoffgehalt im Meer
• RedeErläuterung von Nima Schokri, Technische Universität Hamburg, zu Satellitenaufnahmen, die Ölfilme im Persischen Golf zeigen
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