
Pharmabranche: Der Schweizer Konjunkturstabilisator unter Druck
26. Mai 2026 · 38 Min.
Die Schweizer Pharmaindustrie ist für über die Hälfte des Wirtschaftswachstums des Landes verantwortlich und damit zum kritischen Standortfaktor geworden – ihre Leistungsfähigkeit ist fünfmal höher als im restlichen Wirtschaftssektor, doch genau diese Abhängigkeit gefährdet die gesamte Volkswirtschaft, wenn der Pharmastandort Schweiz unter geopolitischem und regulatorischem Druck zusammenbricht.
Diese Folge beleuchtet die volkswirtschaftliche Bedeutung des Life-Science-Sektors für die Schweiz mit dem Gast Johannes von Mandach (Wellershoff & Partners). Von Mandach zeigt auf, dass Chemie und Pharma mittlerweile über 10% der Gesamtwertschöpfung ausmachen und rund 50% des Schweizer Wirtschaftswachstums liefern – mit einer Arbeitsproduktivität, die um das Fünffache über dem Durchschnitt liegt. Parallel werden die wachsenden externen und internen Drücke diskutiert: globale Geopolitik, US-amerikanische Preisregulierung, europäische Konkurrenz sowie interne Regulierungs- und Verwaltungshürden. Das Gespräch macht deutlich, dass die Sicherung des Pharmastandorts Schweiz eine Kernaufgabe für Politik und Gesellschaft darstellt – aber auch, dass ein differenzierter Umgang mit Kostenkontrolle, Innovationsanreizen und Versorgungszielen notwendig ist, um nicht in einen unlösbaren Zielkonflikt zu verfallen.
Zahlen & Fakten
über 10 %
Anteil der Chemie- und Pharmaindustrie an der Gesamtwertschöpfung der Schweiz
rund 50 %
Anteil des Schweizer Wirtschaftswachstums, der auf die Pharmaindustrie entfällt
8 bis 10 Milliarden
Steuereinnahmen (Bund, Kantone, Gemeinden, Sozialversicherungen), die bei vollständigem Wegfall der Pharmaindustrie auf dem Spiel stünden
Weitere 6 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
98 %
Anteil der Schweizer Beschäftigten in Branchen, die in den letzten zehn Jahren nicht produktiver geworden sind
von 64 auf 47 %
Rückgang der vollständigen Verfügbarkeit innovativer Medikamente in der Schweiz laut Interpharma
rund 50 %
Anteil der in Deutschland vergüteten Innovationen, die hierzulande vollständig verfügbar sind
fünfmal
Multiplikator: Arbeitsproduktivität in der Pharmaindustrie im Vergleich zur restlichen Schweizer Gesamtwirtschaft
über eine Million Franken
Wirtschaftsleistung pro Vollzeitstelle in der Pharmaindustrie im Durchschnitt
etwa ein Drittel
Anteil der Pharmaindustrie-Wertschöpfung und -Arbeitsplätze, die in Basel konzentriert sind
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• StudieInterpharma-Analyse: "Pharma-Standort Schweiz am Scheideweg"
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
HHeike ScholtenHOST
Moderatorin des Podcasts ‚Gesundheitspolitik im Fokus'. Führt durch die Diskussion zur Rolle von Prävention im Schweizer Gesundheitswesen und strukturiert die Gesprächsthemen entlang der Handlungsbereiche von Interpharma (Koordination, Datennutzung, Zugang).
Alle Auftritte von Heike Scholten →JJohannes von MandachGAST
Head of Economic Research bei Wellershoff & Partners. Economist und Analyst, der sich intensiv mit der volkswirtschaftlichen Rolle des Life-Science-Sektors und der Pharmaindustrie für die Schweiz auseinandersetzt. Hat verschiedene aktuelle Analysen zur Standortpolitik und zur Produktivität publiziert.
Alle Auftritte von Johannes von Mandach →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.