GMPodcast – Pharma-Wissen für unterwegs
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GMPodcast #143 |MedCanG 360° | Medizinalcannabis im Wandetl Teil 1 | René Sodemann und Dr. Lars Godmann

23. Juni 2026 · 21 Min.

Die legalisierte Medizinalcannabis-Branche wächst explosionsartig, aber Qualitätsüberwachung, behördliche Harmonisierung und Patienten-Sicherheit bleiben zentrale Herausforderungen bei rasant steigenden Importmengen und fragmentierten Standards.

Die Episode beleuchtet die dramatischen Marktveränderungen nach der Legalisierung von Medizinalcannabis in Deutschland. Die Importmengen explodierten von etwa 24 auf 200 Tonnen jährlich, während sich die Patientenklientel vom älteren weiblichen Krankheitsfall zum jüngeren männlichen Freizeitnutzer verschob. Die Behörden reagierten mit pragmatischen Regulierungsanpassungen wie generischen PZN-Systemen, doch es entstehen erhebliche Herausforderungen bei der Qualitätskontrolle: GMP-Washing, mangelnde Stabilitätsdaten und mikrobiologische Kontamination gefährden besonders immungeschwächte Patienten.

Zahlen & Fakten

95 Prozent

Anteil von Patienten, die Cannabis-Blüten inhalativ verabreichen, trotz falscher (oraler) Qualitätsklassifizierung in Prüfzertifikaten

24 Tonnen

Cannabis-Importmenge vor der Legalisierung (Plateau bis März 2024)

12 Tonnen

Tatsächlich in Apotheken angekommene Menge von den 24 Tonnen Importen vor Legalisierung – die Hälfte verschwand in Lagerbeständen oder scheiterte an Qualitätsmängeln

Weitere 4 Zahlen & Fakten anzeigen

200 Tonnen

Cannabis-Importmenge im ersten Jahr nach Legalisierung (Geschäftsjahr nach 1. April 2024)

100 Einfuhranträge pro Tag

Anzahl Cannabis-Einfuhranträge, die das BfArM aktuell täglich bearbeitet

14.000 PZNs

Aktuelle Anzahl unterschiedlicher Pharmazentralnummern für Cannabis-Produkte in der Bundesopiumstelle-Liste

8 Wochen

Zusätzliche Haltbarkeitsverlängerung für T-Drogen in Apotheken möglich nach NRF/DRC-Vorgaben

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Explodierendes Marktvolumen und Verschiebung des Patientenkollektivs · ab 02:30: Nach Legalisierung am 1. April 2024 stiegen Importmengen von 24 auf 200 Tonnen jährlich; Patienten-Demografie verschob sich von älteren Frauen zu jungen Männern, teilweise durch Telemedizinangebote.
Behördliche Regulierungsanpassungen und fragmentierte EU-Standards · ab 07:13: Das BfArM führte pragmatische Vereinfachungen ein: NDS-Webportal, generische PZN-Systeme statt produktspezifischer Erlaubnisse. EU-weit existieren aber unterschiedliche Klassifizierungen (Bayern: Wirkstoff vs. Arzneimittel) und Stabilitätsanforderungen.
Qualitätsrisiken, GMP-Washing und Gefahren für immungeschwächte Patienten · ab 12:23: GMP-Washing ist offen praktiziert; viele Rückrufe wegen mikrobiologischer Kontamination und ungültiger Stabilitätsdaten. Apotheken erhalten Ware kurz vor Verfall und müssen Haltbarkeit verlängern; inhalative Blüten werden falsch nach oralen Standards (Ph.Eur. 518 statt 514) getestet, was Aspergillosen-Risiken für immungeschwächte Patienten bedeutet.

Quellen

StudieBegleiterhebung des BfArM aus 2017

RechtEMA-Guideline – Regulatorische Standards für Stabilität und Qualität

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

R
René SodemannHOST

Moderator des GMPodcast von PTS; Gesprächspartner mit langjähriger Erfahrung im Cannabis-Markt; hat einen Großhandel mit aufgebaut und verfügt über praktisches Wissen in Lagerlogistik und Erlaubnisverfahren.

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D
Dr. Lars GoetmannGAST

Studium Molekulare Biomedizin (Münster), Promotion in Arzneimittelentwicklung und Rheumatologie. Langjährige Berufserfahrung in pharmazeutischer Industrie mit Fokus auf Betäubungsmittellogistik, Parallel- und Reimport. Aufbau eines BTM-Standorts in Meerbusch 2019, Absolvierung QP-Aufbaustudium in Tübingen, Sachkundige Person im Sinne des AMG. Berater für die Beratungsfirma Dopiofarm zu Medcang, BTMG und GMP-GDP-Qualitätsmanagement.

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