Attentat auf Hitler - Wie die Bundeswehr mit dem 20. Juli umgeht
27. August 2026 · 45 Min.
Sönke Neitzel kritisiert, dass die Bundeswehr den 20. Juli 1944 moralisch ehrt, sich aber schwer tut, die militärische Profession und die Verstrickungen einzelner Widerständler im Vernichtungskrieg angemessen in die Traditionsbildung zu integrieren.
In seinem Vortrag analysiert Sönke Neitzel die historische Rezeption des 20. Juli und die Ambivalenzen in der Traditionsbildung der Bundeswehr. Er zeigt, wie frühe Gründergenerationen das Attentat als moralisches Vorbild nutzten, zugleich aber die militärische Seite des Widerstands ausgeblendet wurde. Neitzel betont die problematische Nähe mancher Verschwörer zum Vernichtungskrieg und plädiert dafür, sowohl militärische Professionalität als auch historische Verantwortung offen zu verhandeln.
Zahlen & Fakten
54 %
Anteil der Bundesbürger, die 2019 wussten, was sich am 20. Juli 1944 ereignete.
1952
Jahr, seit dem am 20. Juli regelmäßig Kranzniederlegungen als Teil der öffentlichen Gedenkkultur stattfinden.
1999
Jahr, seit dem das feierliche Gelöbnis von Rekruten der Bundeswehr am 20. Juli praktiziert wird.
Weitere 1 Zahl & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
35
Anzahl der im Afghanistan-Einsatz gefallenen Soldaten der Bundeswehr (im Vortrag genannt).
Rubriken
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• BuchSönke Neitzel, Abgehört: Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942-1945, 2007
• BuchSönke Neitzel, Die Bundeswehr. Von der Wiederwaffnung bis zur Zeitenwende, 2025
• RechtDer Traditionserlass (Bundeswehr, aktueller Traditionsrahmen)
Weitere 1 Quelle anzeigenWeniger anzeigen
• ArtikelGDW-Berlin: 11 Der Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 (Materialien der Gedenkstätte Deutscher Widerstand)
Wer spricht
KKatja WeberHOST
Moderatorin der Folge «Hörsaal» bei Deutschlandfunk Nova; sie führt in den Vortrag ein, leitet die Sendung und moderiert die Präsentation von Veronika Schuchter.
Alle Auftritte von Katja Weber →SSönke NeitzelGAST
Professor für Militärgeschichte an der Universität Potsdam, spezialisiert auf Kulturgeschichte der Gewalt. In der Folge erläutert er die historischen Phasen technologischer Veränderungen in Kriegen, von Artillerierevolution und Industrialisierung bis zu den Bruchlinien des Ersten Weltkriegs.
Alle Auftritte von Sönke Neitzel →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Ähnliche Folgen
based. · 26. Aug. 2026
Überlebender spricht: Was ist beim CSD-Anschlag passiert? (140)
Sebastian S. schildert, wie er beim CSD-Attentat im Berliner Tiergarten lebensgefährlich mit einer Machete verletzt wurde und kritisiert, dass die Machetenopfer in Medien und Behörden zu wenig Beachtung finden.
HRM-Podcast · 26. Aug. 2026
Werte-Impulse mit Dr. Ulrich Vogel | Personaldiagnostik Insights – Leadership, Assessments und Personalentwicklung: #167 Hartman Summer Edition – Teil 6: Der Mensch ist nicht für das System da
Systeme sind moralisch neutral; sie erhalten ihre Richtung durch die Menschen, die sie gestalten — wenn das Systemische über das Intrinsische gestellt wird, können vernünftige Menschen im Namen eines Kollektivs Böses tun.
Verbrechen der Vergangenheit · 27. Aug. 2026
Massenmord mit Ansage: Hitler und sein Buch "Mein Kampf"
Das Buch "Mein Kampf" legte früh die ideologischen Grundzüge von Gewalt, Rassenhass und Expansionspolitik offen und machte die spätere Politik des Nationalsozialismus bereits erkennbar.
Streitkräfte und Strategien · 28. Aug. 2026
Geheimnisvoller CIA-Besuch in Moskau (mit Sönke Neitzel)
Sönke Neitzel erklärt im Gespräch mit Stefan Niemann und Anna Engelke, dass der sichtbare CIA-Besuch in Moskau als Hinweis auf eine reale Eskalationsgefahr zu werten ist und deshalb BND wie Bundeswehr dringend handlungsfähiger und reformbereit gemacht werden müssten.

Lanz + Precht · 27. Aug. 2026
#260 (Friedrich Merz: Ein Denken von gestern?)
Richard David Precht kritisiert Friedrich Merz als einen Politiker 'von gestern' und macht die fehlende Vision der CDU für ihre Krise verantwortlich; Markus Lanz ergänzt die Debatte um konkrete Themen wie Rente, Migration, Klimaschutz und Europas geopolitische Lage.
SWR Kultur lesenswert – Literatur · 29. Aug. 2026
Fortwährender Hass auf Juden – Maxim Billers „Schwarze Samstage“
Der Roman ‚Schwarze Samstage‘ macht deutlich, dass antijüdischer Hass auch heute noch tief verwurzelt ist und durch Ereignisse wie den 7. Oktober 2023 wieder gefährlich sichtbar wird.