
Crime History: Giftmord am Ehemann - Lesbische Liebe und Haustyrannen
7. August 2026 · 50 Min.
Elli Klein und Margarete Nebbe vergifteten in den frühen 1920er-Jahren ihre Ehemänner mit Arsen; 600 Liebesbriefe wurden zum zentralen Beweis, und der Prozess offenbart Spannungen zwischen häuslicher Gewalt, lesbischer Beziehung und medizinisch-sexueller Pathologisierung.
Die Folge rekonstruiert den Fall von Elli Klein und Margarete Nebbe: Wie aus einer Liebesbeziehung und jahrelanger Gewalt eine gemeinsame Giftmord-Strategie wurde, wie Ermittler die Tat mithilfe von Obduktion und 600 Liebesbriefen aufdeckten und wie der Prozess 1923 zur medialen Sensation wurde. Expertinnen ordnen historische Geschlechterverhältnisse, forensische Nachweise und die Deutung der lesbischen Beziehung im Kontext der Weimarer Republik ein.
Zahlen & Fakten
600
Anzahl der unter der Matratze gefundenen Liebesbriefe, zentrales Beweismaterial.
1923
Beginn des Prozesses gegen Elli Klein und Margarete Nebbe (12. März 1923).
1920
Jahr, in dem Elli und Wilhelm Klein heirateten.
Weitere 7 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
1. April 1922
Datum, an dem Wilhelm Klein ins Krankenhaus eingeliefert wurde (Beginn seines Endes laut Erzählung).
31
Alter von Wilhelm (Willi) Klein zum Zeitpunkt seines Todes.
2
Preis in Mark für ein Tütchen Rattengift, das Elli beim Drogisten kaufte.
4
Gefängnisstrafe in Jahren für Elli Klein (Verurteilung wegen Totschlags).
1,5
Strafe für Margarete Nebbe: ein Jahr sechs Monate Gefängnis laut Urteil.
9 Monate
Den beiden Angeklagten wurden jeweils neun Monate Untersuchungshaft angerechnet.
1000 Mark
Höhe der monatlichen Rente, die Elli in ihrer Scheidungsklage von ihrem Mann gefordert hatte.
Rubriken
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• ArtikelBerliner Volkszeitung (Wiedergabe von Elli Kleins Aussage zu Misshandlungen im Gerichtssaal)
• ArtikelBerliner Lokalanzeiger (Berichterstattung und Zitate aus den Liebesbriefen sowie Prozessberichterstattung)
• ArtikelVossische Zeitung (Sonderbericht zum Urteil im Giftmordprozess Klein–Nebbe)
Weitere 2 Quellen anzeigenWeniger anzeigen
• RedeDr. Magnus Hirschfeld (gutachterliche Einschätzung zur Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten im Verfahren)
• ArtikelDr. med. Gottlob Mamlock (Artikel während des Prozesses zur Frage nach den Ursachen der Beziehung und Motivation)
Wer spricht
JJana FalkensteinHOST
Jana Falkenstein: rbb-Journalistin und Moderatorin des Podcasts ‚Crime History‘. In der Folge führt sie durch die Rekonstruktion des frühen 20.‑Jahrhundert‑Falls und moderiert Interviews und O-Töne.
Alle Auftritte von Jana Falkenstein →FFlorian ProkopHOST
Florian Prokop: rbb-Journalist und Co‑Moderator von ‚Crime History‘. Er präsentiert die Fallchronologie, hinterfragt Ermittlungs‑ und Medienereignisse und diskutiert Details mit Expertinnen und Gästen.
Alle Auftritte von Florian Prokop →RRegina SturikoGAST
Regina Sturiko, Kriminalhistorikerin, ist Expertin im Gespräch und liefert historische Einordnungen zu häuslicher Gewalt, forensischer Praxis und gesellschaftlichen Deutungen in der Weimarer Republik.
Alle Auftritte von Regina Sturiko →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Ähnliche Folgen
Dem Tod auf der Spur · 7. Aug. 2026
Auftragsmorde: „Es war wie ein wahr gewordener Alptraum“
Bettina Mittelacher und Klaus Püschel rekonstruieren, wie in den 1980er‑Jahren auf dem Kiez ein Auftragskiller mehrere Zuhälter tötete und die Ermittlungen in einem dramatischen Blutbad im Polizeihochhaus 1986 gipfelten.
Spurensuche · 6. Aug. 2026
Abgestürzt – die Männer in der Griesschlucht
Bernd Volland und Alana Tongers schildern, wie Recherchen im Berner Oberland einen Fall enthüllten: Ein älterer Dorfbewohner führte sexuelle Kontakte zu geflüchteten Jungen und wurde schließlich wegen eines Übergriffs verurteilt; Spuren deuten darauf hin, dass ein früherer Tod in derselben Schlucht ebenfalls nicht rein zufällig gewesen sein könnte.

Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen · 5. Aug. 2026
#112 Der St.-Pauli-Killer (2)
Die abschließende Vernehmung des mutmaßlichen St.-Pauli-Killers Werner Pinzner eskalierte am 29. Juli 1986: Pinzner erschoss Staatsanwalt Wolfgang Bistri, tötete seine Frau Jutta und beging Suizid — der Vorfall deckte eklatante Sicherheitsmängel auf und führte zu Verfahren gegen seine damalige Verteidigerin sowie zu weitreichenden Reformen in Polizei und Strafvollzug.
Ohne Bewährung – True Crime von hier · 10. Aug. 2026
Wehrlos
Martin von Braunschweig schildert, wie der 59-jährige Pavel im September 2019 in Dortmund seine deutlich jüngere Ehefrau Maria nach einer betrunkenen Kneipennacht brutal misshandelte, sie daran starb und er später vom Gericht wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wurde.
Mordlust · 5. Aug. 2026
#245 Herr über Leben und Tod
Der Palliativarzt Johannes M. missbrauchte das Vertrauen zahlreicher schwerkranker Patient:innen, tötete sie offenbar mit einer Kombination aus Sedativa und Muskelrelaxantien und wurde dafür zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt.

Der Zug · 5. Aug. 2026
Tod und Hass (3/5)
Die Ermittlungen zum Tod des jungen Fans wurden eingestellt, weil es an eindeutig verwertbaren Beweisen und belastbaren Zeugenaussagen fehlt; Familie, Unterstützer und Journalisten bleiben misstrauisch und suchen aktiv nach Antworten.