Irgendwas mit Energie – der energate-Podcast
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News-Update vom 19. Juni 2026 - Verdienen die Netzbetreiber zu viel? Und: Ist ein Standard-FCA eine gute Idee?

19. Juni 2026 · 31 Min.

Verteilnetzbetreiber erzielen teilweise extrem hohe Bilanzrenditen, doch ob sie tatsächlich zu viel verdienen, hängt stark davon ab, welche Berechnungsmethode man zugrunde legt.

Die Folge behandelt zwei zentrale Konflikte rund um Verteilnetzbetreiber: Erstens untersucht der BNE deren Eigenkapitalrenditen und findet dramatische Unterschiede zwischen Bilanzgewinnen (bis 61 %) und regulatorisch erlaubten Verzinsungen (3,5–5 %). Zweitens präsentiert E.ON einen Standard-FCA für Batteriespeicher, der zwar Netzanschlüsse ermöglicht, aber Speicherbetreibern erhebliche Umsatzeinbußen bringt – was die Branche kritisch sieht und als zu späte Regulierung durch die Bundesnetzagentur interpretiert.

Zahlen & Fakten

30,1 %

Durchschnittliche Eigenkapitalrendite der 18 größten Verteilnetzbetreiber in Deutschland (2024)

16,6 %

Eigenkapitalrendite der 18 größten Verteilnetzbetreiber im Jahr 2023

61 %

Eigenkapitalrendite von EWE Netz, dem größten Ausreißer in der BNE-Analyse

Weitere 8 Zahlen & Fakten anzeigen

45 %

Eigenkapitalrendite von Westnetz

43 %

Eigenkapitalrendite der mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom

38 %

Eigenkapitalrendite von Bayernwerk Netz

3,5 % bis 5 %

Von der Bundesnetzagentur regulatorisch zulässige Eigenkapitalverzinsung für Verteilnetzbetreiber

20 %

Geschätzte maximale Umsatzeinbußen für Speicherbetreiber durch E.ONs Standard-FCA

3 %

Nach E.ONs Berechnung: Einschränkung der Betriebszeiten durch Standard-FCA

2 Gigawatt

Leistung der Converter-Plattformen, die 50 Hertz in Auftrag gegeben hat und die weitgehend in Deutschland gebaut werden

104 MW

Leistung des Batteriespeichers EcoStore in Bollingstedt, für den der Standard-FCA erprobt wurde

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Die BNE-Untersuchung zu Eigenkapitalrenditen der Verteilnetzbetreiber · ab 01:00: Der BNE findet durchschnittliche Eigenkapitalrenditen von 30,1 % bei den 18 größten Verteilnetzbetreibern (2024), während die Bundesnetzagentur nur 3,5–5 % zulässt. Die Zahlen sind jedoch umstritten wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden.
Kontroverse um die Methodik und wirtschaftliche Einordnung · ab 05:31: Während Netzbetreiber die BNE-Zahlen als nicht aussagekräftig bezeichnen und auf regulatorische Vorgaben verweisen, argumentiert der BNE, dass die Bilanzen reale Gewinne zeigen, die mit Investitionen und Kosten nicht übereinstimmen.
E.ON's Standard-FCA für Batteriespeicher und die Reaktion der Branche · ab 14:03: E.ON startet einen Standard-FCA für Batteriespeicher, der Anschlüsse in kapazitätsarmen Netzen ermöglicht, aber mit bis zu 20 % Umsatzeinbußen für Speicherbetreiber einhergeht. Die Branche kritisiert das Vorgehen als Versäumnis der Bundesnetzagentur und zu restriktiv.
Regulatorische Versäumnisse und die Frage nach Deutungshoheit · ab 22:32: Die Bundesnetzagentur kündigte erst im Mai 2026 an, 2027 einen Standard-FCA vorlegen zu wollen – zu spät. Jetzt konkurrieren E.ON, die Fachagentur Wind und Solar und die Behörde um Deutungshoheit über FCAs.

Quellen

RechtSachstandsbericht Agnes (Allgemeine Netzentgeltsystematik) der Bundesnetzagentur vom 27. Mai 2026

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

M
Michael AhnenHOST

Co-Host und Journalist bei Energate, berichtete über die BNE-Untersuchung zu Netzbetreiber-Renditen

Alle Auftritte von Michael Ahnen
R
Ron HeinenHOST

Co-Host und Analyst bei energate. Spezialisiert auf Marktanalysen und technische Entwicklungen im Energiesektor, insbesondere Photovoltaik und Netzinfrastruktur. Verantwortet regelmäßig PV-Marktberichterstattung und Regulierungsanalysen.

Alle Auftritte von Ron Heinen

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