Die geplante Einkommensteuerreform bringt nur begrenzte nominale Entlastungen und kompensiert die kalte Progression nicht vollständig, sodass die arbeitende Mitte real kaum spürbar entlastet wird.
Die Hosts analysieren gemeinsam mit dem Steuerexperten Stefan Bach die Pläne der Bundesregierung zur Einkommensteuerreform. Bach erklärt, dass die Maßnahmen – Grundfreibetragserhöhung, kleine Tarifkorrekturen, Kindergeldanhebung und eine höhere Reichensteuer – insgesamt nur ein überschaubares Entlastungsvolumen erzeugen und die kalte Progression nicht vollständig ausgleichen. Konsequenz: Absolut profitieren Besserverdienende relativ stärker, real könnte die Mitte sogar leicht belastet werden. Außerdem diskutieren sie Finanzierungsfragen und mögliche Alternativen wie Privilegienabbau oder Vermögensbesteuerung.
Zahlen & Fakten
989,8 Milliarden Euro
Gesamtes Steueraufkommen in Deutschland im Jahr 2025
10 Milliarden Euro
Bruttoentlastungsvolumen der geplanten Einkommensteuerreform laut Darstellung im Gespräch
3 Milliarden Euro
Erwartete Mehreinnahmen aus der Erhöhung der sogenannten Reichensteuer
Weitere 10 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
7 Milliarden Euro
Netto-Gesamtentlastung nach Gegenfinanzierung durch die Erhöhung der Reichensteuer
4,3–4,4 % des BIP
Gesamthaushaltsdefizit des öffentlichen Haushalts (inkl. Sozialversicherungen)
50 Millionen
Anzahl der Personen, die in Deutschland der Einkommen- und Lohnsteuer unterliegen
15 Milliarden Euro
Ungefährer Betrag, der laut Bach nötig wäre, um die kalte Progression vollständig auszugleichen
5 Prozent
Geplante Erhöhung des Grundfreibetrags im Reformvorschlag (als Größenordnung genannt)
300 Euro pro Jahr
Jährliche Kindergeld-Erhöhung für eine Familie mit zwei Kindern (durchschnittliches Beispiel im Gespräch)
600 Euro pro Jahr
Ungefährer jährlicher Gesamteffekt (Kindergeld plus Einkommenssteuer) für eine Beispiel-Familie mit zwei Kindern und rund 60.000–70.000 Euro Haushaltseinkommen
250.000 Euro
Einkommen, ab dem der erhöhte Spitzensteuersatz (45 Prozent) greift
258.000 Euro
Schätzung des Break-even-Punkts, ab dem die Reform von Entlastung in Netto-Belastung übergeht
etwa ein Drittel
Anteil der Einkommensteuer am gesamten Steueraufkommen in Deutschland
Organisationen
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• BuchUnsere Steuern, wer zahlt, wie viel, wofür (Buch von Stefan Bach)
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
CCarla NeuhausHOST
Carla Neuhaus, Gesundheitsredakteurin bei DIE ZEIT im Wirtschaftsressort; in der Folge moderiert sie, stellt Fragen zu den Koalitionsbeschlüssen und gibt eine fachliche Einordnung zu den praktischen Folgen geplanter Änderungen bei Krankschreibungen.
Alle Auftritte von Carla Neuhaus →ZZacharias ZacharakisHOST
Zacharias Zacharakis ist Redakteur im Wirtschaftsressort der ZEIT; in der Folge gibt er eine Einordnung zu den jüngsten Personalentscheidungen im Bundeskabinett und zur Eignung des neuen Verkehrsministers.
Alle Auftritte von Zacharias Zacharakis →SStefan BachGAST
Stefan Bach, Ökonom am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Er gilt als einer der profiliertesten Steuerexperten Deutschlands, berät den Finanz- und Haushaltsausschuss des Bundestages und erstellt Stellungnahmen unter anderem für das Bundesverfassungsgericht. Bach forscht und publiziert seit Jahrzehnten zu Steuer-, Sozial- und Verteilungsfragen und ist Autor des Buches ‚Unsere Steuern, wer zahlt, wie viel, wofür‘; er arbeitet seit 1992 am DIW.
Alle Auftritte von Stefan Bach →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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