Kennzeichen E - Der Podcast für elektrische Mobilität
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KE015 Bidirektionales Laden und warum die Politik diese Zukunftstechnologie gerade vor die Wand fährt // Schadet das viele Be- und Entladen der Batterie? // Mythos: Wie sehr muss ich mir Sorgen machen, dass mein Ladekabel geklaut wird?

4. August 2026 · 56 Min.

Bidirektionales Laden ist technisch realisierbar und kann das Stromnetz stabilisieren sowie Geld für Fahrende bringen, wird aber durch Regulierungs‑ und Interoperabilitätsprobleme derzeit stark ausgebremst.

In der Folge erklärt Christina Kunkel, wie bidirektionales Laden (V2G/V2H) E‑Autos zu dezentralen Speichern macht und damit Netzausbau und Energiekosten reduzieren kann. Markus Fendt (The Mobility House) erläutert die technischen Möglichkeiten und Erfahrungen aus Piloten. Haupthemmnisse sind fehlende politische Regeln (MISPL), fehlende Umsetzung durch Netzbetreiber und mangelnde Normen/Interoperabilität; das limitiert bisherige Angebote und schränkt Nutzergruppen wie PV‑Anlagenbesitzer und Dienstwagen aus.

Zahlen & Fakten

1.400 €

Beispielpreis für eine Renault‑Bidi‑Wallbox in Frankreich inklusive Installation (als Referenz genannt)

2.000 €

Rundpreis für die BMW‑Wallbox im genannten Gesamtpaket (ohne Installation)

3.000 €

Rundpreis für die Ford‑Wallbox im genannten Gesamtpaket (ohne Installation)

Weitere 11 Zahlen & Fakten anzeigen

40 %

Anteil der von EnBW gemeldeten entwendeten Kabel, der auf Nordrhein‑Westfalen entfällt

360.000

Anzahl von VW‑Konzern‑E‑Fahrzeugen, die laut VW mit V2G‑Tarifen in Deutschland einsteigen könnten

21,6 GWh

Theoretische Gesamtspeicherkapazität der genannten ~360.000 VW‑Elektroautos

7.200

Anzahl durchschnittlicher Haushalte, die rechnerisch ein Jahr lang mit 21,6 GWh versorgt werden könnten

2

Anzahl der bisherigen Anbieter kommerzieller Bidi‑Pakete in Deutschland (BMW, Ford)

866

Anzahl der Netzbetreiber in Deutschland, die Regelungen implementieren müssten

70

Etwa 70 große Netzbetreiber, die 90 % des Marktes abdecken (im Vergleich zur Gesamtzahl)

30–60

Zusätzliche volle Zyklen pro Jahr durch V2G‑Nutzung laut Praxistests (Schätzung aus Tests von The Mobility House)

300–600

Zusätzliche Zyklen über 10 Jahre bei 30–60 Zyklen/Jahr

1.500–3.000+

Typische Zyklus‑Lebensdauer moderner Autobatterien, in denen die zusätzlichen Zyklen eingeordnet werden

1.700+

Von EnBW gemeldete entwendete Ladekabel seit Sommer 2025 an rund 240 Standorten

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Was ist bidirektionales Laden und warum es wichtig ist · ab 02:07: Erklärung von V2G/V2H: E‑Autos als Speicher zur Netzstabilisierung und mögliche Einkommensquelle für Fahrende.
Politische und regulatorische Hürden (Grünstrom vs. Graustrom, MISPL) · ab 03:29: Fehlende MISPL‑Regelungen und Abrechnungsprobleme verhindern aktuell breite Nutzung von V2G, insbesondere für PV‑Anlagenbesitzer und Dienstwagen.
Aktuelle Angebote, Marktgröße und konkrete Zahlen (Autohersteller, Kapazität) · ab 11:13: Erste Herstellerpakete existieren, VW kündigt Einstieg für ~360.000 Fahrzeuge (≈21,6 GWh Gesamtkapazität) an.
Technik, Interoperabilität, Normen und Kosten von Wallboxen · ab 27:01: Normen‑ und Kommunikationsprobleme (ISO 15118‑20), AC vs. DC und hohe Kosten führen zu Interoperabilitäts‑ und Investitionsrisiken.
Auswirkungen auf Batterielebensdauer durch Bidi‑Laden · ab 42:50: Praxisdaten zeigen geringen zusätzlichen Verschleiß: Zusatzzyklen sind begrenzt, moderne Batterien bieten deutlich höhere Lebensdauern.
Mythos: Ladekabelklau an öffentlichen Säulen · ab 48:26: Abgeschnittene private Kabel sind untypisch; häufiger sind Diebstähle von fest installierten Ladekabeln mit steigenden Schäden.

Quellen

RedeMarkus Fendt / The Mobility House (Interview‑Aussagen zu Regulierung, MISPL, Testdaten und Batterie‑Lebensdauer)

EnBW (Angaben zu mehr als 1.700 entwendeten Ladekabeln seit Sommer 2025 und regionalen Hotspots)

The Mobility House (Eigenangaben zu fast 5.000 getesteten Batterien und Praxisergebnissen)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

C
Christina KunkelHOST

Christina Kunkel arbeitet in der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung und berichtet dort über die Automobilindustrie. In der Episode erläutert sie Hintergründe zu Absatzrückgängen, Überkapazitäten und möglichen Sparplänen bei Volkswagen sowie die Folgen für Standorte und Beschäftigte.

Alle Auftritte von Christina Kunkel
M
Markus FendtGAST

Geschäftsführer des Technologieunternehmens The Mobility House, spezialisiert auf intelligente Verbindung von Elektromobilität und Stromnetz

Alle Auftritte von Markus Fendt

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