Machtwechsel – WirtschaftsWoche
Machtwechsel – WirtschaftsWoche
Machtwechsel – WirtschaftsWoche

Ministerpräsidentenkonferenz: Merz kauft sich Freunde

26. Juni 2026 · 51 Min.

Merz kauft sich die Unterstützung der Ministerpräsidenten durch großzügige Finanzierungszusagen: Wer bestellt, der bezahlt – und der Bund kommt jetzt automatisch für die Mehrkosten seiner Gesetze auf.

Die Folge behandelt die Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz, auf der mit dem Prinzip der Veranlassungskonnexität vereinbart wurde, dass der Bund künftig 80 Prozent der Kosten für Maßnahmen trägt, die er den Ländern auferlegt. Dies garantiert Merz die Zustimmung der Ministerpräsidenten zu seinen Reformzielen. Daneben diskutiert die Folge die anhaltende Schlacht um Deutschlands Klimaziele in der CDU und den Stand der Debatte zur Organspenderegelung im Bundestag.

Zahlen & Fakten

30 Milliarden Euro

Defizit der Kommunen in Deutschland, das durch die geplante Finanzreform entlastet werden soll

80 Prozent

Anteil der Kosten, den der Bund ab dem 1. September 2025 bei Maßnahmen mit Mehrkosten über 200 Millionen Euro tragen muss (Veranlassungskonnexität)

200 Millionen Euro

Marginalitätsgrenze: Ab diesem Betrag an Mehrkosten muss der Bund die 80-Prozent-Kompensation leisten

Weitere 7 Zahlen & Fakten anzeigen

230 Milliarden Euro

Summe der Sozialausgaben der NRW-Kommunen von 1993 bis 2023, die vom Bund beschlossene Leistungen finanzieren

500 Milliarden Euro

Sondervermögen für Infrastruktur, verabschiedet nach der Bundestagswahl, davon 100 Milliarden für die Länder

100 Milliarden Euro

Anteil der Länder am Infrastruktur-Sondervermögen, wofür sie keine zusätzlichen Investitionen, sondern bestehende Projekte finanzieren können

0,35 Prozent des BIP

Neuer Schuldenspielraum für die Bundesländer zusammen, vergleichbar mit bisherigem Bund-Regelwerk

60 Prozent

Anteil der Kommunalausgaben für Sozialleistungen heute (gegenüber 41 Prozent 1995)

90 Milliarden Euro

Finanzierungsdefizit des Bundes im Jahr 2025 (gegenüber 8 Milliarden der Länder und 30 Milliarden der Kommunen)

1 Milliarde Euro

Spruch von Olaf Scholz: Jedes Treffen des Bundeskanzlers mit den Ländern kostet eine Milliarde Euro

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Organisationen

Themen & Erkenntnisse

Die Ministerpräsidentenkonferenz: Veranlassungskonnexität und Bund-Länder-Finanzierung · ab 32:00
Das Verhältnis Merz zu den Ministerpräsidenten: Struktur und Spannungen · ab 23:00
CDU-Werkstattgespräch zur Klimapolitik: Die Schlacht um die Ziele von 2045 versus 2050 · ab 35:30
Orientierungsdebatte Organspende: Politiker wechseln Position, AfD argumentiert sachlich · ab 43:50

Quellen

ArtikelMartin Greiver (Handelsblatt): Artikel über die Finanzreform, in dem die Kritik gegenüber Merz formuliert wird, er habe sich das 'letzte Hemd' von den Ministerpräsidenten ausziehen lassen

RechtUdo Di Fabio: Gutachten zur 30-Tage-Frist nach der Bundestagswahl für Grundgesetzänderungen

CDU-Wahlprogramm (2025): Kapitel 'Für ein erfolgreiches Miteinander' auf Seite 74 mit dem Prinzip 'Veranlassungskonnexität'

Weitere 2 Quellen anzeigen

StudiePapier 'Investitionen statt Symbolpolitik' von Ottmar Edenhofer, Stefan Kohleff, Professor Löschel und Dr. Bernd Weber

BuchRobin Alexander: Letzte Chance – Der neue Kanzler und der Kampf um die Demokratie (Siedler Verlag)

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

D
Dagmar RosenfeldHOST

Dagmar Rosenfeld ist Journalistin und Co‑Host des Podcasts Machtwechsel. In der Sendung analysiert sie Innenpolitik und bewertet Regierungsentscheidungen hinsichtlich Machbarkeit, Folgen für Wähler und wirtschaftliche Auswirkungen. In dieser Sonderfolge unterbricht sie ihren Sommerurlaub, um die turbulenten Personalrochaden und die parteiinternen Reaktionen auf Friedrich Merz' Kabinettsumbildung einzuordnen.

Alle Auftritte von Dagmar Rosenfeld
R
Robin AlexanderHOST

Robin Alexander ist politischer Journalist und Co‑Moderator des Podcasts Machtwechsel. Er ist Autor von „Letzte Chance – Der neue Kanzler und der Kampf um die Demokratie“ (Siedler Verlag) und kommentiert im Podcast Regierungspolitik, Parteientwicklungen und politische Krisen. In dieser Sonderfolge analysiert er zusammen mit Dagmar Rosenfeld die Kabinettsumbildung und ihre Folgen für Friedrich Merz.

Alle Auftritte von Robin Alexander

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

Ähnliche Folgen

F.A.Z. Frühdenker · 23. Juni 2026

Merz will Unternehmer von Rentenreform überzeugen • Finanzierung von ARD & ZDF vor Gericht • Vergabe Michelin-Sterne

Kanzler Merz wirbt bei Unternehmern für eine obligatorische Aktienrente von 2 % des Bruttolohns.

RONZHEIMER. · 26. Juni 2026

Jetzt entscheidet sich das Schicksal der Regierung. Mit Andreas Rödder

Die Merz-Regierung steht an einem entscheidenden Punkt, an dem sich nicht nur ihre eigene Zukunft entscheidet, sondern auch die des deutschen Parteiensystems angesichts einer doppelten Kulturrevolution von links und rechts.

Apokalypse & Filterkaffee · 27. Juni 2026

Presseklub: Können Merz, Bas und Co doch Reform?

Die Rentenreformkommission hat mit einem fairen Kompromiss gezeigt, dass diese Koalition doch zu Reformen fähig ist – wenn Parteigrenzen überwunden werden und sachliche Expertise vor Parteitaktik kommt.

SPIEGEL Update · 25. Juni 2026

Debatte über Organspenden, Koalition als Eintracht Schwarz-Rot, regierungsunfähige Linke

Das Update fasst die Debatte um die Widerspruchslösung bei Organspenden, den unerwarteten Koalitionszusammenhalt nach dem Rentenkompromiss und die internen Probleme der Linkspartei zusammen.

Was jetzt? · 23. Juni 2026

Kein Rosinenpicken bei der Rente, da sind sich Merz und Bas einig (Update)

Die Rentenkommission hat 33 Reformvorschläge vorgelegt, die als Gesamtpaket ohne Zugeständnisse umgesetzt werden sollen – ein fairer Kompromiss zwischen den Generationen, der vor allem die Finanzierung stabilisiert, nicht primär verbessert.

Machtwechsel – WirtschaftsWoche · 24. Juni 2026

Schwarz-Rot und die Rentenreform: Plötzlich geht da was

Die 33 Vorschläge der Rentenkommission, darunter die Integration einer kapitalgedeckten Rente in die gesetzliche erste Säule, zeigen eine ungewöhnliche Einigkeit zwischen Friedrich Merz und Bärbel Baas und könnten sowohl das Rentensystem als auch die Zusammenarbeit der schwarz-roten Koalition nachhaltig verändern.