Politik mit Anne Will
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Politik mit Anne Will

Wird Psychotherapie in Deutschland kaputtgespart? Mit Christina Jochim

29. Juli 2026 · 1 Std. 23 Min.

Das beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz droht, durch Budgetdeckel und Honorarkürzungen die ambulante Psychotherapie zu rationieren und damit Versorgung, Ausbildung und Praxisfinanzen in Deutschland erheblich zu gefährden.

Anne Will sprach am 10. Juli mit Christina Jochim, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung, über die aktuelle Krise in der psychotherapeutischen Versorgung. Im Mittelpunkt steht das vom Bundestag beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das Budgetdeckel und Abschaffung von Schutzregelungen vorsieht. Jochim erklärt, wie das zu weniger Kassenbehandlungen, längeren Wartezeiten und existenziellen Problemen für Praxen und Auszubildende führen kann. Zugleich betont sie die starke Evidenz und den volkswirtschaftlichen Nutzen von Psychotherapie und fordert politische Nachbesserungen.

Zahlen & Fakten

70 %

Anteil der psychotherapeutischen Praxen mit Teilzulassung (im Gespräch genannt).

4,5 %

Honorarkürzung, die im März vom Bewertungsausschuss beschlossen und gerichtlich angefochten wurde (im Gespräch genannt).

22 Mrd. €

Geschätzte Produktionsausfallkosten durch psychische Erkrankungen, die im Gespräch erwähnt wurden.

Weitere 5 Zahlen & Fakten anzeigen

2–4 €

In der Folge zitierter volkswirtschaftlicher Nutzen: Rückfluss pro investiertem Euro in Psychotherapie (im Gespräch genannt).

41 %

Robert-Koch-Institut-Angabe (administrative Prävalenz 2024), im Gespräch genannt.

25.500

ungefähr Anzahl der vertragspsychotherapeutischen Kassensitze bundesweit (im Gespräch genannt).

2.000

Anzahl zusätzlicher Kassensitze, die in den letzten zehn Jahren hinzugekommen sein sollen (im Gespräch genannt).

25

Durchschnittliche Anzahl Sitzungen pro Woche auf einem Teilzulassungs-Sitz (im Gespräch als Orientierung genannt).

Themen & Erkenntnisse

Einstieg: Bedarf, Wartezeiten und Zugang zur Psychotherapie · ab 00:00: Einführung in Bedarf, steigende Wartezeiten und regionale Engpässe beim Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung.
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Inhalt und unmittelbare Kritik · ab 18:08: Das neue Gesetz setzt Budgets und hebt Honorar-Schutzregeln auf; Psychotherapeut:innen sehen daraus Rationierung und Finanzdruck.
Konkrete Folgen für Praxen, Kassensitze und Ausbildung · ab 26:02: Erläuterung, wie Budgetierung, veraltete Bedarfsplanung und Honorarkürzungen Praxen, Ausbildung und Zugänge bedrohen.
Wirksamkeit, volkswirtschaftlicher Nutzen und politische Forderungen · ab 01:00:07: Darstellung der Evidenz und des volkswirtschaftlichen Nutzens sowie konkrete politische Forderungen und Ausblick.

Quellen

StudieStudie der Universität Hildesheim und der Charité, 2023 (im Gespräch genannt: Reduktion von Arbeitsunfähigkeitstagen nach Psychotherapie)

StudieRobert-Koch-Institut (im Gespräch als Quelle für Prävalenzangaben genannt)

Wer spricht

A
Anne WillHOST

Anne Will: Moderatorin und Gastgeberin des Podcasts Politik mit Anne Will. In der Folge führt sie durch das Thema, stellt Fragen zur aktuellen Gesetzeslage und zum Versorgungsdruck in der Psychotherapie, bezieht Hörerzuschriften ein und moderiert das Gespräch mit der eingeladenen Expertin, um Sachverhalte und politische Folgewirkungen verständlich zu machen.

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C
Christina JochimGAST

Christina Jochim: Psychologische Psychotherapeutin, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung. Sie arbeitet in Berlin in Praxis und Klinik, ist Supervisorin und Dozentin mit Schwerpunkten auf Abhängigkeitserkrankungen, Psychosen und Borderline. Als Verbandsvertreterin erläutert sie fachliche Details, Versorgungsdaten, wirtschaftliche Folgen für Praxen sowie Forderungen an die Politik.

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