Psychologie fürs Klassenzimmer
Psychologie fürs Klassenzimmer
Psychologie fürs Klassenzimmer

Roberts et al. (2006) | Persönlichkeitsentwicklung

6. April 2026 · 22 Min.

Persönlichkeit verändert sich langfristig und langsam über die Lebensspanne hinweg – nicht durch kurzfristige pädagogische Maßnahmen, sondern über Jahre bis Jahrzehnte im Zusammenspiel mit Lebenskontexten.

Diese Folge analysiert die Meta-Analyse von Roberts, Walton und Viechtbauer (2006) zur Persönlichkeitsentwicklung über die Lebensspanne. Die Studie zeigt, dass Persönlichkeitsmerkmale sich zwar verändern, aber graduell und systematisch in kleinen Schritten, insbesondere im jungen Erwachsenenalter (20–40 Jahre). Der Host diskutiert die Implikationen für Schule und Bildung: Der pädagogische Begriff „Persönlichkeitsentwicklung" ist oft vage und normativ aufgeladen, während die psychologische Forschung zeigt, dass echte Persönlichkeitsveränderung sich gezielter Förderung häufig entzieht und nicht Gegenstand schulischer Steuerung sein sollte.

Zahlen & Fakten

92 Studien

Anzahl der Längsschnittstudien, die in die Metaanalyse aufgenommen wurden

113 Stichproben

Gesamtzahl der Stichproben aus den 92 Studien

über 50.000 Personen

Summe aller Teilnehmenden über alle Stichproben hinweg

Weitere 2 Zahlen & Fakten anzeigen

20–40 Jahre

Lebensphase (junges Erwachsenenalter), in der die deutlichsten Persönlichkeitsveränderungen auftreten

mindestens ein Jahr

Mindestabstand zwischen den Messzeitpunkten der in die Metaanalyse aufgenommenen Studien

Themen & Erkenntnisse

Persönlichkeitsentwicklung als pädagogisches Anliegen und sein konzeptionelles Problem · ab 00:26: Schulgesetze fordern Persönlichkeitsentwicklung, doch der pädagogische Begriff bleibt vage und normativ, ohne klare Definition oder realistische Machbarkeit.
Die Roberts-et-al.-Metaanalyse: Methodik und zentrale Befunde zur Persönlichkeitsveränderung · ab 01:43: Die Metaanalyse belegt: Persönlichkeit verändert sich langsam und graduell über Jahre, vor allem im jungen Erwachsenenalter durch neue soziale Rollen, nicht durch schulische Maßnahmen.
Implikationen für Schule und die Notwendigkeit operationalisierbarer Begriffe · ab 12:01: Schule kann keine Persönlichkeit im psychologischen Sinne ändern, sollte aber spezifische Merkmale wie Selbstwirksamkeit und Ausdauer durch qualitätsvollen Unterricht fördern.

Quellen

StudieRoberts, B. W., Walton, K. E., & Viechtbauer, W. (2006). Patterns of mean-level change in personality traits across the life course: A meta-analysis of longitudinal studies. Psychological Bulletin, 32(1), 1–25.

StudieHudson, N. W., & Fraley, R. C. (2015). Volitional personality trait change: Can people choose to change their personality traits? Journal of Personality and Social Psychology, 109(3), 490–507.

Wer spricht

B
Brent RobertsHOST

Persönlichkeitspsychologe und Verfasser der zentralen Metaanalyse zu Persönlichkeitsentwicklung über die Lebensspanne; wird im Podcast analytisch diskutiert

Alle Auftritte von Brent Roberts

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.