Herpesviren bleiben lebenslang im Körper und können neben akuten Erkrankungen auch langfristig Krankheiten wie Gürtelrose, Multiple Sklerose, ME‑CFS oder Demenz begünstigen; Impfungen (z. B. gegen Varicella‑Zoster) und Forschungsansätze könnten solche Spätfolgen reduzieren.
Die Folge erklärt, warum Herpesviren so erfolgreich sind: Sie infizieren viele Menschen früh, verbleiben latent in Zellen und umgehen das Immunsystem. Über akute Erkrankungen (Lippenherpes, Windpocken, Gürtelrose, seltene Enzephalitiden) hinaus gibt es deutliche Hinweise, dass Viren wie Varicella‑Zoster und Epstein‑Barr langfristig Schlaganfälle, Demenz, MS oder ME‑CFS begünstigen. Forschende untersuchen Mechanismen (z. B. molekulare Mimikry) und neue Ansätze wie Kombinationsbehandlungen bei Enzephalitis, Organoid‑Modelle und Impfstoffforschung, wobei Impfungen gegen Gürtelrose bereits Kurzzeit‑Nutzen zeigen.
Zahlen & Fakten
>90 %
Anteil der Menschen, die mit mindestens einem Herpesvirus infiziert sind
~20 %
Reduziertes Demenzrisiko in einer geimpften Kohorte nach Zoster‑Impfung (berichteter Wert)
5–10 %
Anteil junger Menschen, die nach Pfeifferschem Drüsenfieber ME‑CFS entwickeln
Weitere 7 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
9 von 10
Anteil der Menschen in Europa, die HSV‑1 tragen
200
Ungefähr jährliche Zahl der Herpes‑Enzephalitis‑Fälle in Deutschland
20–80
Geschätzte jährliche Zahl der Todesfälle durch unbehandelte oder schwere Herpes‑Enzephalitiden in Deutschland
11 Monate
Alter, in dem Kinder in Deutschland gegen Varicella zoster geimpft werden (Routineimpfung)
seit 2004
Jahr, seit dem die Varicella‑Zoster‑Impfung verfügbar ist
seit 2018
Jahr, seit dem in Deutschland eine Impfung gegen Gürtelrose für Menschen ab 60 empfohlen wird
Verdopplung
Anstieg der geschätzten ME‑CFS‑Fälle infolge der Corona‑Pandemie (ungefähre Angabe)
Themen & Erkenntnisse
Wer spricht
GGünter SchönrichGAST
Günter Schönrich ist Virologe an der Charité; er erläutert die hohe Durchseuchung mit Herpesviren und die Wirksamkeit der Zoster‑Impfung.
Alle Auftritte von Günter Schönrich →CClemens RuprechtGAST
Clemens Ruprecht ist Neuroimmunologe am Universitätsklinikum Heidelberg. Er beschreibt Studien zur Verbindung zwischen EBV‑Infektion und Multipler Sklerose und erklärt EBV als notwendige, aber nicht allein ausreichende Voraussetzung für MS.
Alle Auftritte von Clemens Ruprecht →CCarmen ScheibenbogenGAST
Carmen Scheibenbogen ist Ärztin und Professorin für Immunologie an der Charité; sie forscht seit rund 20 Jahren zu ME/CFS, analysiert Biomarker, leitet eine Studienkohorte (rund 500 Patientinnen und Patienten) und untersucht Immunprofile, Autoantikörper sowie Durchblutungs‑ und Stoffwechselveränderungen.
Alle Auftritte von Carmen Scheibenbogen →AAgnieszka Rüberg-WolfGAST
Agnieszka Rüberg‑Wolf ist Zellbiologin am Max‑Delbrück‑Center (MDC). Sie berichtet über Experimente mit Gehirnorganoiden zur HSV‑1‑Infektion und erste Befunde zu kombinierten Behandlungsansätzen.
Alle Auftritte von Agnieszka Rüberg-Wolf →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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