Ein rechtsstaat definiert sich nicht nur über das, was er tut, sondern auch über die Grenzen, die er sich selbst setzt – besonders in extremen Situationen.
Die Episode behandelt den Fall Jakob von Metzler, einem 11-jährigen Jungen, der 2002 in Frankfurt entführt und getötet wurde. Der zentrale Fokus liegt nicht auf dem Täter, sondern auf der ethischen und juristischen Frage, die dieser Fall aufwarf: Darf die Polizei einem Verdächtigen Folter androhen, um ein Kind zu retten? Die öffentliche Debatte spaltete sich in zwei Lager – eine Mehrheit unterstützte den Polizisten Wolfgang Daschner, der die Drohung anordnete, während juristische und menschenrechtliche Prinzipien das absolute Folterverbot verteidigten.
Zahlen & Fakten
68 %
Anteil der deutschen Bevölkerung, der die Folterdrohung zur Rettung eines Kindes befürwortete
69 %
Unterstützung für die Folterdrohung in einer Umfrage von November 2002
11
Alter von Jakob von Metzler bei seiner Entführung und Ermordung
Weitere 5 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
1 Million Euro
Erpressungsforderung von Gäfgen an die Familie von Metzler
10.800 Euro
Geldstrafe gegen Daschner mit Strafvorbehalt (2004)
3.000 Euro
Entschädigung für Gäfgen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (2010)
1674
Gründungsjahr der Privatbank Metzler
23 Jahre
Mindestverbüßungsfrist für Gäfgen vor möglicher Entlassung
Rubriken
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• ArtikelBerliner Tagesspiegel – Veröffentlichung des Aktenvermerks zur Folterdrohung
• ArtikelFrankfurter Bild – erste Enthüllung der Folterdrohung
• StudieInstitut für Demoskopie Einsbach – Umfrage zur öffentlichen Meinung (2004)
Weitere 4 Quellen anzeigenWeniger anzeigen
• BuchJan-Philipp Rehmstätter: Folter im Rechtsstaat
• BuchOrtwin Ennigkeit: Um Leben und Tod
• RechtEuropäischer Gerichtshof für Menschenrechte – Urteil Gäfgen gegen Deutschland (2010)
• Wächterpreis der Deutschen Tagespresse (2004)
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