Wissenschaft im Brennpunkt
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Rohstoffabbau - Wie giftig ist Lithium - und wie gesund?

8. Juni 2026 · 27 Min.

Lithium ist ein für Batterien und grüne Technologie unverzichtbares Metall mit widersprüchlichen Wirkungen: In niedrigen Dosen potenziell gesundheitsfördernd, in hohen Dosen giftig – und die Wasserverschmutzung durch industrielle Förderung ist bislang kaum reguliert.

Die Folge beleuchtet die zwei Seiten des Lithium-Booms: Einerseits zeigen Studien, dass moderate natürliche Lithiummengen im Trinkwasser mit Vorteilen für die Gesundheit korrelieren, etwa Prävention von Suiziden und neurodegenerativen Erkrankungen. Andererseits belegen Forschungen, dass hochdosiertes Lithium in der Psychiatrie gravierende Nebenwirkungen hat, besonders für Schwangerschaften, und dass bereits Wassertiere in Studien chronische Effekte zeigen. Deutschland bereitet sich auf großflächigen Lithiumabbau vor, doch es fehlen verbindliche Grenzwerte und Monitoringsysteme für Umweltkontamination, die am Beispiel der Altmark und der Niederlande bereits nachweisbar ist.

Zahlen & Fakten

3 Millionen Tonnen

Geschätzte weltweite Lithiumproduktion bis 2030

2,6 Millionen Tonnen

Lithiumerz-Vorrat, den die Zinnwald-Firma erkundet hat

7,4 %

Risiko schwerer Herzfehlbildungen bei Lithium-Exposition im ersten Trimester

Weitere 20 Zahlen & Fakten anzeigen

4,3 %

Risiko schwerer Herzfehlbildungen in der Kontrollgruppe ohne Lithium-Exposition

5 Millionen

Anzahl der Endkunden von RIVARIN (niederländischer Wasserversorgerverband)

25.000–50.000 Tonnen

Geplante jährliche Produktionskapazität des Lithium-Zinnwald-Projekts in Deutschland

6.000 Tonnen

Weltweite Lithiumproduktion vor etwa 30 Jahren

108 Mikrogramm pro Liter

Durchschnittlicher Lithiumgehalt in deutschen Mineralwässern

1.700 Mikrogramm

Höchster gemessener Lithiumgehalt in Mineralwasser (Marke Perling Medium, Rheinland-Pfalz)

1 Milligramm

Geschätzte tägliche Lithiumaufnahme über Nahrung und Wasser

7–7 Jahre

Geschätzter Unterschied in der Lebenserwartung bei hohen vs. niedriger Lithiumexposition

500–1.500 mg

Tägliche Hochdosis-Lithiummedikation in der Psychiatrie (z.B. Quilonum)

22.000 Schwangere

Umfang der internationalen Kohortenstudie zu Lithium-Exposition und Herzfehlbildungen

124 Mikrogramm

Lithium-Urinkonzentration eines verstorbenen Erdgasarbeiters aus der Altmark (2002)

9,4 Milligramm pro Kilogramm

Lithium-Konzentration im Stuhl eines Erdgasarbeiters (47-fache Überschreitung des Schätzwertes)

300 Milligramm pro Liter

Lithiumkonzentration in Brüdendämpfen aus Erdgasfeldern (tausendfach höher als Mineralwässer)

8 Mikrogramm

Durchschnittliche Lithiumkonzentration im Rheinwasser bei normal hohem Wasserpegel

1,57 Milligramm

Lithiumkonzentration im Han-Fluss (Südkorea), 500-fach über dem natürlichen Wert

3,5 Milligramm

Lithiumkonzentration in Flüssen beim Fracking-Boom um Williston, North Dakota (tausendfach über Normalwert)

12–13 Milligramm

Lithiumkonzentration in Donbass-Flüssen (dreitausendfach über Normalwert)

15,5–16,3 Milligramm pro Kilogramm

Lithiumgehalt in Straßenabfluss-Sedimenten in Dänemark

200.000 Tonnen

Gesamtmenge an Lithiumsalzen in geplanten europäischen Anlagen (Abbau, Raffinerie, Batterieproduktion, Recycling)

10.000 Tonnen

Geplante Lithiumhydroxid-Jahresproduktion der Raffinerie Bitterfeld ab Sommer 2026

Diese Folge steckt voller Zahlen – neugierig?

Themen & Erkenntnisse

Lithium als Batteriemetall und die geplante deutsche Förderung · ab 01:35
Gesundheitliche Vorteile von niedrig dosiertem Lithium und die psychiatrische Anwendung · ab 04:06
Reproduktive Gefahren und Wasserkontamination – fehlende Regulierung · ab 12:06

Quellen

StudieEpidemiologische Kohortenstudie zu Lithium-Einnahmen in der Schwangerschaft mit 22.000 Schwangeren aus sechs Ländern (730 mit Lithium-Einnahmen), koordiniert von Trine Mink-Ohlson, Universität Odense, Dänemark, 2018

StudieStudie chinesischer Forscher zu Lithium-Exposition und Reproduktionsgesundheit (Mäusestudien mit Auswirkungen auf Eierstöcke, Gebärmutter und Plazenta), August 2025

StudieStudie zur Lithiumbelastung in deutschen Mineralwässern von Mark Birringer, Hochschule Fulda (381 Proben aus allen Flächenländern Deutschlands), 2018

Weitere 3 Quellen anzeigen

StudieJapanische Studie zu Lithium im Trinkwasser und Senkung der Selbstmordraten

StudieStudien zu chronischen Effekten von Lithium bei Daphnia magna (Wasserfloh), 2025

StudieStudie der Firma Elbemal zu Lithium-Schwellenwerten für chronische Effekte beim Wasserfloh, Januar 2026

Alle Quellen findest du in der vollständigen Folge

Wer spricht

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Heidi MühlenbergHOST

Autorin und Moderatorin beim Deutschlandfunk, spezialisiert auf Wissenschaftskommunikation. Heidi Mühlenberg führt Hörer durch komplexe Recherchen zu aktuellen Themen wie Lithiumabbau und dessen Umweltauswirkungen. In der Sendung "Wissenschaft im Brennpunkt" vermittelt sie fundierte Informationen zu Rohstoffgewinnung und gesundheitlichen Fragen.

Alle Auftritte von Heidi Mühlenberg

KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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