Strafzölle allein können die deutschen Automobilhersteller nicht retten – Europa muss seine eigene Wettbewerbsfähigkeit durch Infrastruktur, Bildung und Forschung verbessern.
Die Folge analysiert die Krise der deutschen Automobilindustrie am Beispiel von Volkswagen, das bis 2034 vier Werke schließen und 100.000 Arbeitsplätze abbauen will. Die zentrale These: China hat die kompetenzzerstörende Innovation der Elektromobilität erfolgreich genutzt, während Europa geschlafen hat. Strafzölle können diesen strukturellen Wettbewerbsnachteil nicht kompensieren. Stattdessen wird ein umfassendes Programm zur Verbesserung der Rahmenbedingungen – von Energiepreisen über Infrastruktur bis hin zur Rohstoffsicherung – als notwendig erachtet.
Zahlen & Fakten
4,21 Millionen
Fahrzeuge, die VW 2018 in China verkaufte
2,69 Millionen
Fahrzeuge, die VW 2025 in China verkaufte – Absatzrückgang von etwa 36 Prozent
26 Prozent
Absatzrückgang von VW in China im zweiten Quartal 2026 gegenüber Vorjahr
Weitere 17 Zahlen & Fakten anzeigenWeniger anzeigen
12 Millionen auf 9 Millionen
Geplante Reduktion der weltweiten Produktionskapazität von Volkswagen
50 Prozent
Umfang der Modellpalettenstrafung bei Volkswagen
75 Prozent
Reduktion der Ausstattungsoptionen geplant
29 Milliarden Dollar
Chinesische Subventionen für Elektroautos von 2009 bis 2022
6 Millionen
Elektrofahrzeuge, die 2022 in China verkauft wurden – über die Hälfte der weltweiten Elektrofahrzeugverkäufe
50 Prozent
Preisaufschlag des VW-Modells ID.4 in Europa gegenüber China
9 Prozent
EU-Aufschlag für BMW iX3 nach Abzug der Transportkosten
221 Milliarden Euro
Geschätzte chinesische Industriesubventionen im Jahr 2019
1,73 Prozent
Chinesische Industriesubventionen als Anteil des BIP 2019
100 Millionen
Einwohner, die China bis 2050 weniger haben wird
100 Mrd. Euro
Chinesische Sonderanleihe, die laut Aussage im Gespräch gestartet wurde
100.000
Arbeitsplätze, die Volkswagen weltweit abbauen soll, möglicherweise noch mehr (120.000–140.000 geschätzt)
14.300 Euro
Gewinn pro BYD-Yuan-Plus-Modell, das in der EU verkauft wird, gegenüber 1.300 Euro in China
13.000 Euro
Zusatzverdienst pro BYD-Modell bei EU-Verkauf gegenüber China-Verkauf
3-mal
Faktor: Chinas Subventionen im Verhältnis zum BIP sind etwa dreifach höher als in Frankreich
4-mal
Faktor: Chinas Subventionen im Verhältnis zum BIP sind etwa vierfach höher als in Deutschland oder den USA
9-mal
Großindustrieunternehmen in China erhalten durch Steuervergünstigungen, Zuschüsse und vergünstigte Kredite etwa neunmal mehr Unterstützung als vergleichbare Unternehmen in der OECD
Themen & Erkenntnisse
Quellen
• StudieRhodium Group Analyse: Ain't No Duty High Enough — EU-Zölle auf chinesische E-Autos (2024)
• PodcastBTO-Episode #248: Keine Rettung (23. Juni 2024) mit Prof. Dr. Dirk Dohse
• BuchDaniel Stelter: ABSTURZ – So retten wir Deutschland (Buch)
Alle Quellen findest du in der vollständigen FolgeWer spricht
DDr. Daniel StelterHOST
Gründer und Leiter von Beyond the Obvious (BTO), Wirtschaftsanalyst und Autor. Stelter ist ein führender Kommentator zu deutschen Wirtschafts- und Finanzfragen, veröffentlicht regelmäßig Analysen zur Wettbewerbsfähigkeit, Energiepolitik und Konjunktur. Er moderiert den wöchentlichen Ökonomie-Podcast BTO und hat das Buch 'ABSTURZ – So retten wir Deutschland' verfasst.
Alle Auftritte von Dr. Daniel Stelter →PProf. Dr. Dirk DohseGAST
Leiter des Forschungszentrums für Innovation und internationalen Wettbewerb am Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Promoviert an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, war Expert Advisor der EU-Kommission im siebten Forschungsrahmenprogramm. Seine Forschung befasst sich mit Innovations- und Wachstumspolitik, Wachstumsdeterminanten wissensintensiver Unternehmen und ökonomischen Auswirkungen kultureller Vielfalt. Autor von Studien zu chinesischen Subventionen und deren Auswirkungen im Green-Tech-Bereich.
Alle Auftritte von Prof. Dr. Dirk Dohse →KIDieser Inhalt wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.